Über 90 000 Wahlberechtigte im Wahlkreis Kassel-Land 1

Sieben Kandidaten hoffen am Sonntag bei Landtagswahl auf Stimmen

Probesitzen: Stella Jakob, Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten, in der Wahlkabine im Wolfhager Rathausfoyer. Auf dem Tisch liegen Muster der Stimmzettel. Foto:  Norbert Müller

Kreis Kassel. Am Sonntag zählt’s: Hessen wählt einen neuen Landtag. Im Wahlkreis Kassel-Land 1 haben die Bürger die Wahl zwischen sieben Direktkandidaten, die sich auf die Nachfolge von Brigitte Hofmeyer beworben haben. Die SPD-Abgeordnete tritt nach 17 Jahren im Parlament nicht erneut an.

Während sich das Direktmandat wohl zwischen Oliver Ulloth (SPD) und Alexander Lorch (CDU) entscheiden wird, haben Florian Kohlweg, (AfD, Platz 25) und Ingo von Germeten-Neutze (FDP, Platz 13) nach letzten Prognosen reelle Außenseiterchancen über die Landeslisten ihrer Parteien in den Landtag einzuziehen. Parlamentsplätze für Tim Zborschil (Linke, Platz 22) Juri Stölzner (Grüne, Platz 32) und Malte Fehling (Freie Wähler, Platz 31) wären eine Überraschung. Ulloth (Platz 37) und Lorch (Platz 54) sind über ihre Landeslisten nicht abgesichert. Der Verlierer im Kampf um das Direktmandat wird demnach in der nächsten Legislaturperiode nicht im Landtag sitzen. 

Die genaue Zahl der Wahlberechtigten lässt sich laut Bernd Schmidt vom Statistischen Landesamtes Hessen nicht beziffern. Tendenziell seien es etwas weniger als bei der Landtagswahl 2013. Damals waren 92 198 Menschen wahlberechtigt. 74,8 Prozent gingen zur Urne oder stimmten per Briefwahl ab. Die parallel stattfinde Bundestagswahl war einer der Gründe für die vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung. Am Freitag waren in den Rathäusern noch letzte Vorbereitungsarbeiten zu erledigen. Die Beurkundung der Wählerverzeichnisse stand an, dann das Zusammenstellen der Pakete mit allen Wahlunterlagen und Stimmzetteln für die einzelnen Wahllokale, die es frühzeitig auszuliefern galt. Und schließlich mussten für Wahlhelfer, die aus nachvollziehbaren Gründen, etwa wegen Krankheit, kurzfristig absagten, Ersatzleute gefunden werden.

Das meiste ist Routine

Es geht auf die Zielgerade: Ehe die Wahllokale im Wolfhager Land am Sonntagmorgen öffnen, gibt es in den Rathäusern noch einiges zu tun.

Beispiel Wolfhagen: Routinearbeiten sind angesagt vor diesem Wochenende, die von den für die Wahlvorbereitung im Rathaus zuständigen Mitarbeitern um Monika Woch gut eingespielt erledigt werden: Die Pakete mit den Stimmzetteln werden sortiert, nachmittags werden noch die Wählerverzeichnisse beurkundet. Dann werden die kompletten Unterlagen an die Wahllokale in den Stadtteilen geliefert. Am Samstag werden die Unterlagen auch ins Wahllokal in der Stadthalle gebracht.

Zu Nervosität und Stress führt dann schon eher, wenn auf den letzten Drücker Wahlhelfer absagen. Es fallen bei jeder Wahl immer mal welche kurz vorher wegen Krankheit aus. So auch jetzt wieder. Bis zu 138 werden bei Wahlen in Wolfhagen eingesetzt, in diesem Jahr werden es 132 sein, sagt Monika Woch. „Wir haben jetzt ein paar nachberufen“, sagt sie, das sei immer etwas nervig. Grundsätzlich gelte aber auch vor dieser Landtagswahl: „Wir haben die Sache im Griff, und das ist seit Jahren so.“

Mit dem Beliefern der Wahllokale mit den Unterlagen ist es für die Verwaltungsmitarbeiter im Wahldienst nicht getan. Einige sind am Wochenende auch deswegen im Rathaus präsent, weil am Samstag zwischen 10 und 12 Uhr und am Sonntag zwischen 10 und 15 Uhr noch die Möglichkeit zur Briefwahl besteht. Allerdings nur für Wahlberechtigte mit ärztlichem Attest.

Und am Sonntag steht nach 18 Uhr mit Beginn der Stimmenauszählung noch ein heißer Abend bevor.

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