Sieben Wochen ohne Scheu

Dr. Gisela Natt,

Wenn Sie durch eine Stadt schlendern und einkehren wollen und dabei fällt Ihr Blick in eine gut besuchte Gaststätte, reizt es Sie, dort hinein zu gehen? Oder gehen Sie lieber in das Lokal, in dem alles sehr schön eingerichtet ist, aber nur ein einziges Paar sitzt an den Tischen?

Spontan gehen wir dorthin, wo viel los ist, wo die Menschen beieinander sitzen und sich lebhaft unterhalten. Gastronomen verraten das Geheimnis der gut besuchten Lokale: Die Tische sind schmal und stehen nah beieinander. Die Gäste finden das gut und sagen: „Hier kommt man schnell in Kontakt. Das ist schön.“

Bald beginnt die Fastenaktion der evangelischen Kirche „Sieben Wochen ohne“. Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern, die als Passions- oder Fastenzeit begangen wird, steht unter dem Zeichen des Verzichts. Verzichtet werden soll auf alles, was dem Menschen nicht gut tut. In diesem Jahr ist es die „Scheu“, nämlich die Kontaktscheu. Deshalb heißt das Motto: „Näher - sieben Wochen ohne Scheu“.

Jeder von uns, das zeigt das Beispiel der Gaststätten, hat das Bedürfnis nach menschlichem Kontakt. Der Wunsch nach Begegnung ist da, aber die Bequemlichkeit und die Ausreden hindern einen oft daran. Deshalb will die Aktion „Näher - sieben Wochen ohne Scheu“ uns anregen, mal wieder zum Telefonhörer zu greifen und bei der Freundin oder dem Freund anzurufen oder zum Klassentreffen zu gehen oder die Einladung anzunehmen oder die Veranstaltung zu besuchen, die im Ort und in der Gemeinde angeboten wird.

Rund zwei Millionen Menschen wollen in diesem Jahr „Sieben Wochen ohne Scheu“ leben. Sie wollen über den eigenen Schatten springen und Kontakte neu aufleben lassen oder bestehende Kontakte beleben. Sie wollen bewusst entdecken, was das Leben reicher, lebendiger und lebenswerter macht. Sie versuchen, neue Lebensfreude zu gewinnen, indem sie lassen, was einsam macht und das Leben einschränkt. Sie nehmen sich Jesus zum Vorbild, der auf Zachäus zugeht und ihn besuchen möchte. Zachäus findet es wunderbar, dass einer ihm näher kommt ohne Scheu. Das macht sein Leben hell und froh.

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