Weiter in der Wolfhager Dorfentwicklung Nun geht es ums Leitbild und erste Projekte

Sozialer Kitt und Infrastruktur

Blick auf Ippinghausen: Wer Wolfhagens Stadtteile fit machen will für die Zukunft, muss sie für junge Menschen attraktiv gestalten. Passt das soziale Gefüge und stimmt die Infrastruktur, interessieren sich die Menschen auch für die Sanierung alter Häuser.
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Blick auf Ippinghausen: Wer Wolfhagens Stadtteile fit machen will für die Zukunft, muss sie für junge Menschen attraktiv gestalten. Passt das soziale Gefüge und stimmt die Infrastruktur, interessieren sich die Menschen auch für die Sanierung alter Häuser.

Lebenswert, zukunftsfähig und attraktiv – mit diesen drei Attributen sollen sich Wolfhagens Stadtteile beschreiben lassen

Wolfhagen – Wenn das Dorfentwicklungsprogramm in einigen Jahren beendet sein wird und sich in den Orten im sozialen Miteinander, aber auch baulich einiges getan hat. Bis es so weit ist, liegt vor Michael Joost und Ingo Ziesing von der Stadtverwaltung, dem begleitenden Büro ANP Kassel und den Bewohnern in den Dörfern noch ein spannender Prozess.

Der soll mit dem zweiten Ikek-Forum am Dienstag, 16. November, in der Stadthalle einen weiteren Höhepunkt finden.

Bestandsanalyse

Ikek steht für Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept und ist das Herzstück des mit reichlich Fördermitteln ausgestatteten Dorfentwicklungsprogrammes. Dieses Konzept wird zusammen mit den Bewohnern der Stadtteile entwickelt. Bei der Präsenzveranstaltung am 16. November werden noch einmal die Ergebnisse der Bestandsanalyse sowie der Stärken- und Schwächenanalyse für jeden einzelnen Stadtteil vorgestellt. Diesmal orientiere sich der Blick aber ganz konkret auf einzelne Handlungsfelder, wesentliche Projekte und ein Leitbild, das für alle Stadtteile Wolfhagens stimmig sei, sagt Markus Staedt von ANP.

Beweglicher Prozess

Noch sei dieses Leitbild ein beweglicher Prozess. Aus der bisherigen Datenlage und aus Gesprächen kristallisiere sich aber heraus, dass die soziale Vernetzung der Menschen einerseits und das Vorhandensein einer leistungsfähigen Infrastruktur andererseits die Basis für einen Invest in die Dörfer bilde, so Staedt. Bei der Dorfentwicklung gehe es nicht in erster Linie ums Bauen, sagt Joost. Viel wichtiger sei der Schritt, der einer privaten Sanierungs- und Investitionsentscheidung vorausgehe. Die Leute müssten gerne in ihren Orten leben.

Für viele ältere Menschen treffe das zu. „Aber was ist mit den Jungen?“, fragt Joost. Wie hole man die aus den Städten, nach dem Studium oder ersten beruflichen Erfahrungen wieder zurück?

Werte im Dorf wichtig

In den Dörfern müsse es etwas geben, was einen hohen Wert darstelle. Für viele Menschen seien das die Gemeinschaft, Vereine, Freunde, Familie und der soziale Zusammenhalt. Um sich tatsächlich zu einem Ausbau einer alten Scheune zu einem Wohnhaus durchzuringen, müssten daneben noch weitere Parameter stimmen. Der Ausbau der Digitalisierung sei wichtig. Schnelles Internet sei im beruflichen Alltag ebenso erforderlich wie in der Freizeit, sagt Staedt. „Wir müssen ein Klima schaffen, das die Leute motiviert, in ihren kleinen Orten zu bleiben.“

Wer seine Einkäufe von Dingen des täglichen Bedarfs online abwickeln und diese am nächsten Tag in einer Verteilstation abholen könne, für den lasse sich das Fehlen eines Supermarktes am Ort gut kompensieren. Wer sich also in seinem Umfeld wohlfühle, für den würden alte Häuser in den Kernen der Stadtteile interessant und spannend.

Private Investitionen

Deshalb sollen bei der Dorfentwicklung verstärkt auch private Investitionen im Fokus stehen. „Die öffentliche Hand kann die Dörfer nicht retten. Die Entwicklung muss von der Basis kommen“, sagt Joost, der bereits von einigen Personen weiß, die sich für die Sanierung von Immobilien interessieren. Leider, aber so sei der Prozess nun mal, „strapazieren wir jedes Mal die Geduld der Bauherren“. Ehe die tatsächlich spätestens ab dem Frühsommer in den Genuss der Förderung kommen, stehen noch einige Schritte im Fahrplan.

Nach dem Ikek-Forum am 16. November sollen das Leitbild bis zum Winter formuliert und erste öffentliche Projekte benannt sein, damit sie im kommenden Haushalt berücksichtigt werden können. Anfang des neuen Jahres müssen die politischen Gremien das Ikek beschließen, im Anschluss erfolgt eine öffentliche Abschlussveranstaltung, bei der das Konzept vorgestellt und ein Überblick über die Förderphase gegeben werden. (Antje Thon)

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