Pläne für Fachwerk neben Wolfhager Kirche

Stadt Wolfhagen kann altes Gebäude nur mit Zuschüssen sanieren

Seit einigen Jahren steht das Haus aus dem Jahr 1684 leer.
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Fachwerkhaus mit Potenzial: Seit einigen Jahren steht das Haus aus dem Jahr 1684 leer. Die Stadt Wolfhagen würde es gerne kaufen, sanieren und touristisch nutzen – allerdings nur mit Unterstützung von Fördermitteln. 

Es könnte ein Schmuckstück sein, das alte Fachwerkhaus im Schatten der Stadtkirche. Tatsächlich aber macht das Gebäude aus dem Jahr 1684 im Herzen Wolfhagens keine gute Figur. Putz bröselt aus den Gefachen, Farbe blättert von den Fenstern – das Haus wirkt im Ganzen vergammelt. Dabei hat die Stadt Wolfhagen seit einigen Jahren Pläne, die sie erst kürzlich wieder rausgekramt hat.

Man müsste die Immobilie kaufen und sanieren, sagt Bürgermeister Reinhard Schaake. Der Eigentümer habe zwischenzeitlich dazu seine Bereitschaft signalisiert. Um die sieben Ferienwohnungen könnten in dem bald 350 Jahre alten Bau untergebracht werden.

Die Einnahmen aus den Vermietungen könnten auf lange Sicht die Kosten decken, die die Stadt für Sanierung und Umbau aufbringen müsste. „Zwei Millionen Euro sind da schnell weg“, sagt Schaake und kommt damit zum Kern des Problems.

Ohne Fördermittel können wir das Haus nicht anfassen.

Reinhard Schaake, Bürgermeister

„Ohne Fördermittel können wir das Haus nicht anfassen.“ Und genau das ist das Thema, mit dem sich die politischen Entscheidungsträger der Fachwerkkommune demnächst befassen müssen. Die Mittel aus dem Landesprogramm „Aktive Kernbereiche“ sind auf absehbare Zeit erschöpft.

Sanierung wichtig für Gesamtbild am Marktplatz

Nur noch zwei Jahre habe die Kommune Zeit, Maßnahmen umzusetzen, sagt Bürgermeister Schaake. Das, was an Geld noch da sei, könne nur einmal ausgegeben werden – entweder für das baufällige Fachwerkhaus oder für die Zehntscheune, wo die Substanz ebenfalls bröselt.

Dabei sei allen Entscheidern klar, wie wichtig die Sanierung des seit Langem leer stehenden Gebäudes für das Gesamtbild am Marktplatz wäre. Das komplette Ensemble mit Kirche, schmucken Fachwerkhäusern, Café Alter Wache, Altem Rathaus – nun beide mit belebender Außengastronomie – würde profitieren.

Mit der Regionalentwicklung beim Landkreis Kassel sei man im Gespräch und suche nach Finanzierungsvarianten. Und ein bisschen hofft man bei der Stadt Wolfhagen im Zusammenhang mit der Coronakrise auf Konjunkturprogramme von Bund und Land, die auf die Sanierung und den touristischen Ausbau der Immobilie passen könnten, um so das vergessene Schmuckstück aus dem Schatten der Kirche holen und ihm zu neuem Glanz verhelfen zu können.

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