Eva Kühne-Hörmann zu Besuch

Besuch von Justizministerin: Statt ins Ministerium ins kleine Regenbogenland

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Kindertagesstätte statt Justizministerium: Ministerin Eva Kühne-Hörmann las in Altenstädt aus dem Buch „Von kleinen starken Tieren“.

Altenstädt. Nur der Polizeischutz, unter dem die Kita Regenbogenland stand, ließ erahnen, dass es sich bei Eva Kühne-Hörmann um keine gewöhnliche Besucherin handelte.

Die hessische Justizministerin selbst nämlich gab sich am Freitag erfreulich unkompliziert, als sie bepackt mit einem dicken Stapel Bücher ihre silberfarbene Limousine verlassen hatte und die schon aufgeregt wartenden Kinder der Altenstädter Einrichtung begrüßte.

Ein bisschen in Eile war sie, weshalb eines der zwei vorbereiteten Willkommenslieder kurzerhand gestrichen und direkt zum eigentlichen Grund ihres Besuches übergegangen wurde: dem Vorlesen. Dafür krabbelte sie gemeinsam mit einem Teil der Kinder in eine kleine Kuschelecke, machte es sich auf einem Sitzsack gemütlich und entführte die neugierig lauschenden Jungen und Mädchen in die Welt „Von kleinen starken Tieren“, so der Titel des Buches von Sarah Rothmund-Nägele und Dirk Hennig, das sie im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages ausgewählt hatte.

Die Initiatoren des Aktionstags, die Wochenzeitung Die Zeit, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung, wollen so ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für das Lesen setzen und Freude am (Vor-)lesen wecken, um langfristig Lesekompetenz zu fördern.

Andrea Groß

Ihre Arbeit im Justizministerum ließ Kühne-Hörmann dafür gern ein paar Stunden liegen, denn „Vorlesen ist einfach wichtig, weil Lesen mit der Stimmlage und der jeweiligen Geschichte zum Nachfragen anregt“, so die Ministerin. „Lesen macht außerdem Lust, Neues zu erfahren und selbst Lesen zu lernen.“ Die Kindertagesstätte im Naumburger Stadtteil sei diesbezüglich vorbildlich aufgestellt, mache bei vielen Aktionen mit und habe mit Monika Pietsch eine Lesepatin, die regelmäßig die Kinder besuche.

Pietsch war ebenfalls beim Vorlesetag dabei, wie auch Bürgermeister Stefan Hable und Steffi Gudenberg von der Naumburger Stadtbücherei, die alle spannende Geschichten im Gepäck hatten. Sehr zur Freude von Tagesstättenleiterin Andrea Groß: „Die Sprache ist unser wichtigstes Hab und Gut, weshalb wir auch eng mit der Stadtbücherei zusammenarbeiten und das Würzburger Sprachprogramm sowie das Programm Hören, Lauschen, Lernen in unsere tägliche Arbeit integrieren.“

Dass sich Regierende Zeit nehmen für ein solch wichtiges Thema, freue sie sehr. Dafür habe sie auch gern in Kauf genommen, dass ihre Kindertagesstätte erstmals für ein paar Stunden unter Polizeischutz stand. (zhf)

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