Schwarzsammler dürfen kein Metall- und Elektroschrott mitnehmen

Bis zu 50.000 Euro Strafe für Sperrmülljäger

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Begehrter Elektroschrott: Wie hier dürfen Waschmaschinen und andere Elektrogeräte sowie Metallschrott nur von den Entsorgern des Landkreises Kassel abgeholt werden. Private Schrottsammler machen sich strafbar. Foto: Archiv

Wolfhager Land. Hohe Preise für Metall und Elektroschrott locken Schrottsammler. Das ist auch im Landkreis Kassel der Fall. Von 22.000 Abholaufträgen für Elektrogeräte und Metallgegenstände 2010, fuhren die Mitarbeiter der Abfallentsorgung Kreis Kassel 15 Prozent der Adressen umsonst an.

„Das sind etwa 3300 Abholaufträge, an denen unsere Fahrer nichts mehr vorgefunden haben, das kostet Arbeitszeit und Sprit“, sagt Jenny Werner von der Abfallentsorgung.

Diese Situation könnte sich jetzt ändern. „Das Einsammeln von Elektro- und Metallschrott ist seit diesem Jahr strafbar“, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Seit 1. September ist sogar allein die Abfallentsorgung des Landkreises dafür zuständig. Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz gab es bis 31. August eine Frist, in der private Schrotthändler eine Genehmigung zur Einsammlung von Schrott beantragen konnten.

Allerdings nur in Regionen, wo es kein funktionierendes Sammelsystem gibt. „Dies haben wir im Landkreis jedoch. Deshalb hat sich auch niemand gemeldet“, so Kühlborn. Schrotthändler, die jetzt dennoch Metall oder Elektrogeräte mitnehmen, müssten mit einem Bußgeld mit bis zu 50.000 Euro rechnen.

Ob dies die Schwarzsammler davon abhält, den Schrott einzusammeln, der für die Abfallentsorgung an der Straße bereit steht, ist fraglich. Die meisten kommen bereits am frühen Morgen oder noch in der Nacht, um den Entsorgern des Kreises zuvor zu kommen. „Es ist häufig so, dass Altwarenhändler bemerken, dass wir in einer Gemeinde eine Tour zusammengestellt haben und diese dann selbst nutzen.

Undichte Stelle

Woher die Sammler die Informationen haben, welche Straßen abgefahren werden, ist unklar. „Ausschließen kann man, dass es bei uns eine undichte Stelle gibt“, sagt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises.

Die Bürger sollten möglichst dafür sorgen, dass ihr Schrott auch beim Landkreis landet. Die Abfallentsorgung erfülle mit der Sammlung das Gesetz: Metalle und andere werthalige Materialien würden recyclet, schadstoffhaltige Elektroteile vernünftig behandelt. Die Erlöse kämen der Allgemeinheit zugute.

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