Streit um den Dörnberg: Gleitschirmflieger möchten das Gelände mitnutzen

Ein Traum: Gleitschirmflieger Ingo Koch möchte gern vom Dörnberg aus starten, aber es gebe keine Kommunikation mit der Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg, die das Gelände gepachtet hat.
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Ein Traum: Gleitschirmflieger Ingo Koch möchte gern vom Dörnberg aus starten, aber es gebe keine Kommunikation mit der Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg, die das Gelände gepachtet hat.

Gleitschirm-Flieger dürfen nicht vom Dörnberg aus starten. Gespräche darüber mit der Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg gibt es bereits seit 25 Jahren - bisher ohne Ergebnis.

Habichtswald/Zierenberg – Zu gerne würde Ingo Koch mit seinem Gleitschirm vom Dörnberg aus im Naturpark Habichtswald starten. Doch das, sagt er, werde ihm verwehrt. Die Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg möchte laut Koch den Dörnberg offenbar nicht mit Gleitschirmfliegern teilen.

Gespräche habe es bereits vor 25 Jahren gegeben, wie Koch erklärte. Ohne Ergebnis. Auch im vergangenen Jahr sprach Jonas Prüssing, Stellvertretender Vorsitzender des Nordhessischen Gleitschirm-Clubs Kassel, bei der Flugsportvereinigung vor. Er habe erneut keine Begründung bekommen, warum die Gleitschirmflieger in der Zeit, in der das Gelände von den Segelfliegern nicht genutzt wird, am Großen Dörnberg nicht fliegen dürfen. „Schriftliche Anfragen oder die Bitte um Gespräche sind nicht beantwortet worden“, sagt Koch.

Im Gespräch mit der HNA schmettert Vorsitzender Dr. Stefan Krull von der Flugsportvereinigung die Anfrage ab. „Das geht einfach nicht zusammen. Das ist ein Segelflugplatz und nur für Segelflieger zugelassen“, sagt Krull. Es werde keine weiteren Gespräche geben. Damit beendete er das Telefonat. Der 53-jährige Ingo Koch, der im nahegelegenen Fürstenwald (Ortsteil von Calden) lebt, bedauert diese Haltung und kann sich das nicht erklären. „Es wäre hier genügend Platz für alle“, sagt er und fügt an, dass das Gelände nicht jeden Tag von Segelfliegern genutzt werde. Selbstverständlich seien die Gleitschirmflieger bereit, Aufgaben bei der Geländepflege zu übernehmen.

Ingo Koch arbeitet bei Mercedes in Kassel. Allein dort gebe es großes Interesse für das Gleitschirmfliegen. Etwa 15 seiner Kollegen wollen den Schein zum Gleitschirmfliegen machen. Auf dem Flugplatz an der Wasserkuppe im Landkreis Fulda seien Segelflieger und Gleitschirmflieger in gutem Kontakt. Und dort sei beides möglich, wie der Hessische Flugsportbund auf Anfrage bestätigt.

Eigentümerin des Geländes ist die Stadt Zierenberg. Diese wiederum hat mit der Flugsportvereinigung einen Erbpachtvertrag geschlossen. „Vertraglich besteht da absolute Klarheit“, sagt Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn. Für weitere Nutzungen auf dem Gelände hätten die Segelflieger mitzureden. „Ich biete mich aber gerne als Mediator an, damit alle miteinander reden“, so Denn. Aus seiner Sicht spreche nichts gegen eine gemeinsame Nutzung.

Aber die Entscheidung liege nicht bei ihm. Das Regierungspräsidium in Kassel hat die Aufsicht über das Fluggelände. „Wenn beide Seiten sich einigen, kann der Antrag an das Fachdezernat gestellt werden und das entscheidet“, sagt Michael Conrad, Sprecher beim RP. 

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