Strom aus: Wolfhager Stadtwerke verschicken pro Jahr rund 500 Sperrankündigungen

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Bei Kerzenschein: In Deutschland wurden im Jahr 2014 so vielen Haushalten wie nie der Strom abgestellt. Im Wolfhager Land sind die Zahlen auf niedrigem Niveau.

Wolfhager Land. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland so vielen Haushalten wie nie zuvor der Strom abgestellt. 351.802 Kunden in der Grundversorgung waren betroffen.

Im Wolfhager Land gab es dagegen keine gestiegenen Zahlen an Stromsperren - zumindest bei den Wolfhager Stadtwerken. Nicht jeder Versorger veröffentlicht jedoch die Zahlen.

„Die Stadtwerke Wolfhagen versenden im Jahr rund 500 Sperrankündigungen. Diese Zahl ist seit einigen Jahren konstant“, sagt Matthias Boos, Sprecher der Stadtwerke. Grund für Sperrankündigung und Sperrung seien „teils erhebliche Zahlungsrückstände, die nicht selten mehrere hundert bis mehrere tausend Euro betragen können“.

Finanzielle Notlage 

Nicht alle Drohungen würden umgesetzt, „aber in einigen Fällen kommen die Stadtwerke nicht umhin, die Stromversorgung abzustellen“. Der Anteil der Abschaltungen im Verhältnis zur Androhung liege in Wolfhagen in etwa auf Bundesdurchschnitt. In vielen Fällen könne eine Einigung mit dem Verbraucher erzielt werden. „Die Stadtwerke sind stets zum Gespräch bereit, raten den Verbrauchern aber dringend, im Falle eines drohenden Zahlungsverzugs frühzeitig den Kontakt zum Versorger zu suchen“, so Boos. Die Kosten des Mahn- und Sperrverfahrens gehen zu Lasten des säumigen Stromkunden.

Der Energieversorger Eon „veröffentlicht grundsätzlich keine Zahlen zu Mahnungs- und Sperrprozessen“, teilt Sprecher Maximilian Heiler mit. Er betont, dass Sperrungen „die letzte Stufe eines sehr umfangreichen Mahnverfahrens darstellen“. Man gehe mit dem Thema sensibel um. „Sobald uns Kunden einen Hinweis geben, dass sie aufgrund finanzieller Notlagen ihre Rechnung nicht begleichen können, versuchen wir immer, eine gemeinsame, zufriedenstellende Lösung bei Zahlungsrückständen zu vereinbaren.“

Im Netzgebiet der EAM ist die Anzahl der Stromsperren in den letzten Jahren auf „niedrigem Niveau konstant geblieben“. Bei weniger als 0,2 Prozent der Netzkunden wurde der Strom zeitweilig gesperrt, sagt Sprecherin Sandra Hübner.

Die Strompreise wollen die Versorger vorerst nicht erhöhen. „Eon hält die Strompreise für Privatkunden in der Grundversorgung über den Jahreswechsel hinaus stabil“, sagt Heiler. Prognosen darüber hinaus seien aber noch nicht möglich. Ähnlich äußert sich EAM. „Auch über den Jahreswechsel hinaus wird die EAM Energie die Strom- und Erdgaspreise für ihre Kunden stabil halten und zum 1. Januar 2016 nicht erhöhen,“ sagt Sprecher Steffen Schulze. Trotz „gestiegener Umlagen, Abgaben und Nutzungsentgelte“ wollen auch die Wolfhager Versorger den Preis nicht erhöhen, so Boos.

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