Suedlink: Ursula Günther organisiert den Widerstand

So könnte es kommen: Die BI Wolfhager Land hat mit einer Fotomontage versucht, die geplante Suedlink-Trasse bei Altenstädt darzustellen. Die BI trifft sich einmal im Monat in der Wolfhager Gaststätte Zum Schiffchen. Das nächste Mal am 26. Januar. Foto:  privat/nh

Altenstädt. Ursula Günther hat sich ein großes Ziel gesetzt: Sie möchte die Suedlinktrasse, mit ihren mächtigen Masten, die Energieleitung, durch die Windstrom von Norddeutschland in den Süden der Republik fließen soll, verhindern.

Das Ziel hat sie mit vielen Menschen gemeinsam, die in der Nähe des geplanten Trassenverlaufs oder einer der alternativen Routen leben. Im Frühjahr, erinnert sich die ruhig und besonnen wirkende 58-Jährige, habe sie zum ersten Mal von Suedlink gehört und erfahren, dass die Leitung auch das Wolfhager Land zerschneiden würde, in Sichtweite von ihrem Haus an ihrem Wohnort Altenstädt vorbei weiter Richtung Bad Emstal verlaufen solle.

„Ich habe dann meinen Bekanntenkreis hier in der Gegend angerufen“, sagt sie, und nach Mitstreitern für eine Bürgerinitiative (BI) gesucht. Und so, erzählt die weiter, „kam dann ein Trüppchen zusammen“, das heute im Kern aus einem guten Dutzend besteht, Leuten aus Naumburg, Wolfhagen, aber auch aus Balhorn.

Gemeinsam gegen Suedlink: Mitglieder der BI Wolfhager Land mit Organisatorin Ursula Günther (mit rotem Schal) während der Demo in Bad Emstal. Foto:  Ulbrich

Zum erweiterten Kreis zählt sie nochmal gut 20 Leute, und die Zahl der Unterstützer wächst weiter, seit die beiden Alternativtrassen, die besonders Wolfhagen und Naumburg treffen würden, bekannt wurden. Persönliche Betroffenheit motiviert, das war bei ihr letztlich nicht anders. Und sie verbindet. Günther, die als Sozialarbeiterin bei Vitos arbeitet, versichert, dass sich alle Aktivisten, die sich in einer der zahllosen BIs entlang der geplanten Mega-Leitung organisiert haben, einig seien: „Keine Trasse hier und auch nicht anderswo“, laute der Leitsatz. Entsprechend unterstützen sich die BIs gegenseitig, arbeiten eng zusammen. Im Altkreis sind die organisierten Trassengegner auch in Bad Emstal und Habichtswald aktiv.

Unkalkulierbare Gefahren für die Gesundheit von Mensch und Tier und der tiefe Eingriff in die Landschaft - das will Ursula Günther nicht hinnehmen. Inakzeptabel sei deshalb auch Kernkraft und Kohlestrom. Die Suedlink-Gegner setzen durchaus auf Windkraft, aber auf dezentrale Lösungen.

Wenn Ursula Günther aus ihrem Haus Richtung Osten sieht, blickt sie direkt auf die Windräder zwischen Istha, Balhorn und Altenstädt. Schön finde sie die nicht, aber sie akzeptiere sie. „Überall werden Windräder gebaut“, dazu Solaranlagen. Was fehle, seien ausgereifte Speichertechnologien. Dort gelte es anzusetzen, und dazu plane man im neuen Jahr eine Info-Veranstaltung.

In der Zwischenzeit sammeln auch die Mitglieder der BI Wolfhager Land Unterschriften gegen Suedlink. In Naumburg liegen Listen im Rathaus aus, beim Metzger Döring in Altenstädt und in der Metzgerei Ritter in Altendorf. 1042 haben sie schon zusammen. Sie sollen dazu beitragen, „den Wahnsinn“, wie Günther sagt, zu stoppen.

Von Norbert Müller

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.