So surfen Sie sicher durch das Internet: Polizei gibt Tipps

Aufmerksam sein: Kriminelle nutzen das Internet immer häufiger für ihre Straftaten. Über Viren und Trojaner beispielsweise finden sie die Passwörter der Nutzer raus - und das oft unbemerkt. Foto: dpa

Wolfhager Land. Immer mehr Menschen sind online. Deswegen gibt die Polizei nun Tipps, damit der Umgang mit dem Internet sicher bleibt und Kriminelle kein leichtes Spiel haben.

Auskunft gibt Oliver Kranki, Polizeihauptkommissar mit Hauptsachgebiet Prävention beim Polizeipräsidium Kassel.

„In den letzten 15 Jahren hat es so richtig mit der Internetkriminalität angefangen“, sagt er. Der Grund: Zuvor war das Internet noch nicht so verbreitet. Mittlerweile hat fast jeder einen PC und viele haben ein Smartphone. „Dauer-Online“ ist angesagt. Darauf setzen die Kriminellen: „Es ist einfach, dort zu betrügen, meistens sogar anonym“, sagt Kranki. So nutzten Täter die Unbedarftheit vieler Nutzer beim Thema Sicherheit aus. „Der Großteil schützt seinen Computer, vergisst aber, dass das Smartphone ein hochwertiger, multimedialer PC ist“, merkt Oliver Kranki an.

Aufgespürt: Der Scanner hat ein Virus gefunden, und gemeldet. Das gewährleistet annähernde Sicherheit.

Deshalb, sein erster Tipp: Einen Virenscanner auf dem Smartphone installieren. „Kriminelle nutzen oft Viren und Trojaner, um Smartphones zu infizieren.“ Das habe unterschiedliche Auswirkungen. Außerdem sei es möglich, zwei dieser Sicherheitsprogramme gleichzeitig zu nutzen. Das wäre noch einmal sicherer, da verschiedene Scanner verschiedene Viren finden und aufhalten könnten.Damit einher ginge, dass Trojaner Passwörter knacken können. Daher rät Kranki, dass der Nutzer richtige und unterschiedliche Passwörter benutzen sollte. „Hugo120 ist kein Passwort“, sagt er schmunzelnd. Ein Richtiges solle am besten aus zwölf bis 16 Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen bestehen.

„Es darf auch nicht im Lexikon stehen“, fügt Kranki hinzu. So würden Täter die Wörterbücher abfragen und durchsuchen lassen. Demnach würde das Passwort „Zimmerpflanze“ gefunden. Darum rät Kranki: „Man könnte einen Satz aus einem Gedicht, wie „Der Mond ist aufgegangen“ nehmen, eine Zahl in die Mitte, ein Sonderzeichen dahinter.“ So ergebe sich „DM1ia$“.

Dieses Passwort solle aber nicht bei jeder Anwendung benutzt werden. Damit man sich aber nicht zu viele Zeichen dieser Art merken müsse, gibt Kranki folgenden Tipp: Auf einen Zettel zu Hause könne man die einzelnen Seiten, wie Amazon, Facebook und Co. durchnummerieren. Diese Zahl könne vor das Passwort gesetzt werden, also zum Beispiel „1DM1ia$“´.

Der Polizeihauptkommissar fügt hinzu, dass die Passwörter niemals auf dem Rechner oder dem Smartphone gespeichert werden dürften. „Abgespeicherte Passwörter können durch eingeschleuste Trojaner ausgelesen werden.“ Auch wenn die Nutzer häufig die Meldung „ein neues Update verfügbar“ stören würde, sollten sie trotzdem regelmäßig durchgeführt werden. „Es gibt Updates, mit denen Sicherheitslücken geschlossen werden können.“ Der Verbraucherschutz warne derzeit vor der Nutzung des Flashplayers bis zum nächsten Update, weil dieser eine Sicherheitslücke habe, die nicht geschlossen werden konnte.

Von Johanna Daher

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