Thomas Viesehon: „Kaum Sorgen ums Wolfhager Land“

Zieht Halbzeit-Bilanz: CDU-Abgeordneter Thomas Viesehon. Foto:  Renner

Wolfhager Land. Halbzeit für Thomas Viesehon: Seit genau zwei Jahren sitzt der CDU-Mann im Bundestag und vertritt dort den Wahlkreis Waldeck/Kassel Land.

Wir sprachen mit ihm über bereits erreichte Ziele, ernüchternde Erfahrungen und wie es ist, Angela Merkel zu treffen.

Herr Viesehon, Sie sind seit genau zwei Jahren im Bundestag, haben also Halbzeit. Konnten Sie eines Ihrer Ziele bereits umsetzen?

Thomas Viesehon: Ein wesentliches Ziel war die Sicherung der Finanzierung der A 49, also ein echtes regionales Ziel. Da sind wir den entscheidenden Schritt im Sommer vorangekommen. Das zweite Ziel habe ich sicher auch erreicht, nämlich in Berlin anzukommen. Mich zu vernetzen, mit meinen Ideen wahrgenommen zu werden, Kontakte zu knüpfen.

Welche weiteren Vorhaben haben Sie in dieser Zeit vorangebracht?

Viesehon: Ich bin positiv überrascht, dass man in zwei Jahren einiges bewegen kann. Das liegt natürlich auch an den guten Rahmenbedingungen. Beispielsweise, dass wir nun im Straßenbau Mittel haben, die wir in dieser Größenordnung in der letzten Legislaturperiode nicht hatten. Auch wurde der Förderantrag zur Hafenöffnung in Bad Karlshafen anerkannt. Das Projekt ist nicht nur das größte in Hessen mit gut 5,5 Mio. Euro Bundesförderung, sondern bundesweit das drittgrößte Einzelprojekt in Sachen Städtebauförderung. Um das Wolfhager Land mache ich mir kaum Sorgen, die wirtschaftliche und infrastrukturelle Lage ist gut.

Was haben Sie sich für die kommenden zwei Jahre vorgenommen?

Viesehon: Wir haben jetzt noch einmal Gespräche zum Thema Breitband geführt. Dort sind wir in Nordhessen grundsätzlich über die Arbeit der Landkreise nicht schlecht aufgestellt. Zusätzlich habe ich mit meinen Kollegen in Berlin aber erreichen können, dass es demnächst ein Bundesförderprogramm geben wird. Die entsprechende Förderrichtlinie ist gerade in der Prüfung. Ich hoffe, dass wir nicht nur durch die Aktivität der Landkreise zügig zu einer besseren Versorgung kommen, sondern dass wir durch die Mittel des Bundes das Ganze flächendeckend hinkriegen. Was den Bereich Verkehr angeht: Wir wollen Anfang nächsten Jahres die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans beschließen. Weiterhin möchte ich natürlich, dass sich die Region positiv weiterentwickelt, und dafür arbeite ich.

Haben Sie bereits eine besonders ernüchternde Erfahrung im Politikbetrieb in Berlin gemacht?

Viesehon: Eigentlich nicht. Das soll jetzt nicht verniedlichend klingen, aber im Ablauf ist die Kommunalpolitik sehr ähnlich. Wir arbeiten natürlich in größerer Runde, und es gibt mehr Beteiligte. Aber es wird genauso in Fraktionen und in Arbeitsgruppen gearbeitet, und auch die Entscheidungswege sind sehr ähnlich. Natürlich gehöre ich in Berlin noch nicht zu den vorderen Entscheidungsträgern, das ist am Anfang so. Das war aber auch nicht völlig überraschend.

Verliert man die Region manchmal aus dem Blick, wenn man im politischen Berlin unterwegs ist?

Viesehon: Man muss natürlich schon aufpassen, dass man die Bodenhaftung nicht verliert. Durch meine Nähe zum Wahlkreis ist dieses Risiko aber nicht gegeben. Ich denke, das sieht man gut daran, dass ich hier viele Termine wahrnehme. Mein Lebensmittelpunkt ist nicht Berlin. Ich erledige dort nur einen wesentlichen Teil meiner Arbeit.

Wie ist es denn für Sie als Neuling, auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen?

Viesehon: Angela Merkel ist jemand, zu dem ich nicht mal locker hingehe und hallo sage. Die Gelegenheit gibt es auch nicht. Dafür ist sie zu sehr getaktet, sie ist immer unter Druck. Allein letzte Woche war sie auf der IAA, hat eine Regierungserklärung gehalten, sie war in Brüssel, hat sich mit den Ministerpräsidenten getroffen und ist nach New York zur UNO-Vollversammlung geflogen. Sie ist aber nicht unerreichbar. Wenn ich etwas wirklich Wichtiges hätte, wäre es möglich, einen Termin zu bekommen. Allerdings muss man aus Respekt vor der Leistung sagen: Es muss einen wirklichen Grund geben.

Anders ist es mit Bundesministern wie Alexander Dobrindt. Man trifft sich immer mal bei gesellschaftlichen Veranstaltungen oder im Plenum des Bundestages. Aber die Bundeskanzlerin kommt dafür nächstes Jahr nach Volkmarsen zum Politischen Aschermittwoch.

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