Trio Sabine und Katharina Wackernagel mit Martin Lüker servierte makaberes Menü

Wolfhagen. Dass zu viele Köche nicht immer den Brei verderben, bestätigten die Schauspielerinnen Sabine und Katharina Wackernagel und Pianist Martin Lüker mit ihrem Programm „Drei Köche versüßen den Brei“ im ausverkauften Kulturladen.

Kurz vor Weihnachten gaben die Damen Benimmregeln aus dem Jahre 1534 von Hans Sachs zum Besten und gut gemeinte Ratschläge wie „Vergammelte Speisen zu überhöhten Preisen sind zurückzuweisen“.

Als Vorspeise für das Weihnachtsmenü erzählten sie jiddische Witze, beim Hauptgang von verliebten Eierspeisen und tugendhaften Hausklößen, von den Schwierigkeiten beim Spaghetti essen und als Nachspeise bescherten sie Marzipankartoffeln, die nun anstelle von Panzern in einer Rüstungsfabrik hergestellt wurden.

Mit satirischem Genuss brachten die beiden bekannten Schauspielerinnen die Absurdität der Waffen auf den Tisch. „Marzipankartoffeln sind in größeren Mengen genauso unbekömmlich wie Panzer.“ Herrlich die Parodie vom wohlbeleibten Martin Lüker mit dem Lied „Ich wollte niemals auseinandergehen, niemals nachts am Kühlschrank stehen …“ Mit großer Spielfreude teilten die Damen Wackernagel etliche Seitenhiebe an Maggi und Co. aus. So wurde eine Mörderin zur Strafe in das Maggi-Kochstudio versetzt und der künstliche Soßenbinder durch den Teufel erfunden.

Ihre schauspielerischen Qualitäten zeigten Sabine und Katharina Wackernagel besonders bei den Dialogen nach Textvorlagen von Eugen Roth, Loriot, Joachim Ringelnatz und Ernst Jandl. Alle Meister des feinsinnigen bis grotesk-makaberen Humors.

Ein unfreiwilliges Verhaspeln bei der Geschichte über „spermatisch riechende“ Pilze machte sehr zum Vergnügen des Publikums aus einem Spanier einen Griechen. Ein guter Beleg, dass alles live war und keine fade Konservenkost.

Musik spielte natürlich eine große Rolle an dem Abend. Schließlich verfügen alle drei Künstler über ausgebildete Stimmen und Martin Lüker ist zudem noch ein brillanter Pianist. Seine trockenen humorvollen Bemerkungen zwischendurch waren wie das Salz in der Suppe und die Chansons im Stil der zwanziger und dreißiger Jahre wie das Sahnehäubchen auf der Torte.

Nicht umsonst huldigten Sabine und Katharina Wackernagel als Zugabe ihren Pianisten stellvertretend für alle Männer mit einem Ständchen. „Er kann nicht lesen, schreiben, tanzen, singen, denken oder kochen, aber er ist ein herrlicher Mann!“

Die Besucher quittierten das zweistündige Programm der Kleinkunst in seiner besten Form mit einem Dauerschmunzeln und viel Gelächter sowie am Ende einem langen Applaus.

Von Ursula Neubauer

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