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Ukrainische Kinder sollen Intensivklassen besuchen

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Von: Bea Ricken

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SchulunterrichUkrainische Geflüchtete sollen in Schulen integriert werden (Symbolbild)
Ukrainische Geflüchtete sollen in Schulen integriert werden (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Flüchtlingshelfer wünschen sich, dass aus der Ukraine geflüchtete Kinder möglichst Schnell in die Schule gehen können. Aktuell habe das Schulamt jedoch noch wenig Übersicht, was die Anzahl der zu erwartenden Flüchtlinge angeht.

Wolfhager Land – Immer mehr ukrainische Flüchtlingsfamilien kommen im Landkreis Kassel an. Vorwiegend handelt es sich um Mütter mit schulpflichtigen Kindern. Durch die Flucht haben diese ihre Alltagsstrukturen verloren, vielen fehlt der Kontakt zu Gleichaltrigen.

Flüchtlingshelfer wünschen sich für die Kinder eine schnellstmögliche Integration in die Schule. Dafür ist in Stadt und Kreis das Staatliche Schulamt zuständig.

„Aktuell haben wir im Schulamt noch wenig Übersicht, was die Anzahl der zu erwartenden Flüchtlinge angeht“, so Amtsleiterin Annette Knieling.

Hessenweit sind etwa 20 Prozent der Plätze in bestehenden Intensivklassen frei

Anders als 2015 habe man mit Blick auf den Bildungsbereich allerdings den Vorteil, dass in allen Schulamtsbezirken belastbare Strukturen hinsichtlich der Aufnahme und Verteilung sowie deutlich mehr speziell ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stünden.

Annette Knieling Annette Knieling, Schulamtsleiterin
Annette Knieling, Schulamtsleiterin © Privat

„Momentan sind hessenweit rund 20 Prozent der Plätze in bestehenden Intensivklassen frei – eine Abfrage und gegebenenfalls Nachsteuerung erfolgt derzeit vierteljährlich, kann aber auf einen monatlichen Turnus im Bedarfsfall angepasst werden“, so die Schulamtsleiterin.

Intensivklassen seien Ideal

Jeder ukrainische Flüchtling erhalte auf Grundlage der vergangenen Woche verabschiedeten EU-Richtlinie nach Anmeldung in der örtlichen Meldebehörde eine Aufenthaltsberechtigung für ein Jahr. Alle aus der Ukraine geflohenen Kinder seien schulbesuchsberechtigt und sollten grundsätzlich in Intensivklassen beschult werden.

Auch in der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule hat man sich schon Gedanken über die Aufnahme ukrainischer Kinder gemacht. Intensivklassen sind aus Sicht von Schulleiter Ludger Brinkmann ideal für die Kinder, die in der Regel noch kaum Deutsch sprechen.

Aktuell gebe es schon zwei Intensivklassen in Wolfhagen, in denen die Flüchtlingskinder aus der Pommernanlage unterrichtet würden. Schwerpunkt sei dabei das Deutschlernen, aber auch unter anderem eine Art Lebenskunde. 16 Kinder werden pro Klasse unterrichtet. Sollten jetzt ukrainische Kinder dazustoßen, werde man wohl eine dritte Klasse eröffnen. (Bea Ricken)

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