Unbekannte schändeten Gräber in Oelshausen

Kann nicht glauben, dass Menschen so wenig Respekt vor den Toten haben können: Wilfried Homolla vor der Friedhofshalle, deren Fenster mit Pentagrammen beschmiert wurden. Foto: Hoffmann

Oelshausen. Teufelsanbetung oder Dummejungenstreich? Was es auch war, die Oelshäuser sind entsetzt. Bislang Unbekannte haben wahrscheinlich am späten Mittwochabend oder in der Nacht zu Donnerstag auf dem Friedhof des Zierenberger Stadtteils gewütet.

Ortsvorsteher Wilfried Homolla mochte seinen Augen kaum trauen, als er sich nach einem Anruf von Pfarrer Wolfgang Hanske selbst ein Bild von den Taten der Vandalen machte. „Gräber wurden geschändet und die Fenster der Friedhofshalle beschmiert“, sagt er am Freitag noch immer völlig fassungslos. „Grableuchten wurden zerschlagen und überall auf dem Friedhof verteilt, Bierflaschen an Grabsteinen zertrümmert und auf den Bänken vor der Halle offensichtlich eine Party gefeiert.“ Plastikgeschirr und Bierverpackungen seien aber nicht das Schlimmste gewesen, was die Täter zurückgelassen hätten. „Provisorische Holzkreuze wurden herausgerissen und umgedreht wieder in den Boden gesetzt“, so Homolla kopfschüttelnd.

Obwohl das umgekehrte Kreuz in der Neuzeit auch als Umkehrung christlicher Werte interpretiert und im Umfeld des modernen Okkultismus oft als Zeichen für die Ablehnung der Kirchen als Organisationen oder die Ablehnung des Christentums an sich gesehen wird, glaubt Homolla nicht an eine Gruppierung aus der schwarzen Szene. Die an die Scheiben geschmierten Pentagramme deutet er vielmehr als ein Indiz dafür, dass die Täter gewusst hätten, dass sie Unrecht getan haben. „Sie wollten so wohl auf eine falsche Fährte in Richtung Teufelsanbeter locken, meiner Meinung nach war es ein Dummejungenstreich, der aber schon mehr ist als nur ein Streich.“

Möglicherweise seien die Täter mit dem Bus gekommen und an der nahegelegenen Bushaltestelle ausgestiegen, nach einer Anzeige gegen Unbekannt durch Pfarrer Hanske hofft Homalla nun auf Zeugen, die möglicherweise etwas beobachtet haben.

Hinweise nimmt die Polizeistation in Wolfhagen unter 05692/982900 entgegen. (zhf)

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