Kleinere Gräber sind pflegeleichter und kostengünstiger

Urnenbestattungen liegen im Trend

Wolfhager Land. Die Bestattungskultur hat sich gewandelt: Immer mehr Verstorbene werden eingeäschert. Im Wolfhager Land gab es im vergangenen Jahr 154 Urnenbestattungen. „Oft wohnen Angehörige nicht mehr in der Nähe. So ist die Pflege eines kleineren Urnengrabes weniger aufwändig als die eines normalen Erdgrabes“, sagt Günter Schramm, Pfarrer in Ehlen.

Die veränderten Lebensgewohnheiten seien somit ein Grund für diese Entwicklung, die auch der Wolfhager Bestatter Jochen Heinemann beobachtet. Einäscherung und Urnengrab seien zudem kostengünstiger. Der Preis für ein einzelnes Urnengrab liege in Wolfhagen bei 350 Euro. Für das Öffnen und Schließen der Urne kämen weitere 200 Euro hinzu. Zum Vergleich: Ein einzelnes Erdgrab kostet in Wolfhagen 650 Euro, das Ausheben und Schließen des Grabes weitere 400 Euro. „Bei den Gesamtkosten kommt es natürlich immer auf den Umfang der Beerdigung an“, sagt Heinemann.

Denn Bestattungsmöglichkeiten gibt es unterschiedliche. „Meistens wird zuvor eine Trauerfeier am Sarg organisiert. Nach der Einäscherung im Krematorium findet oft noch eine Bestattung im engeren Familienkreis statt“, erklärt Pfarrer Günter Schramm. Die Laufzeiten der Gräber sind aber identisch: „Sowohl im Urnen- als auch im Erdgrab ruhen Verstorbene 25 Jahre“, erklärt Jochen Heinemann.

Dass die Anzahl der Feuerbestattungen steigt, habe laut Pfarrer Günter Schramm auch mit der Religion zu tun. Die Grundhaltung der Kirchen zur Feuerbestattung habe sich in den vergangenen Jahren gelockert. „Früher war die Verbrennung verpönt, weil der Leichnam für die Auferstehung unversehrt bleiben sollte. Mittlerweile sieht man die Form der Bestattung unabhängig von der Anschauung des Glaubens“, sagt Schramm.

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Von Nina Skrzyszowski

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