Verein bittet für geplante Ausstellung im Klostermuseum um Unterstützung

+
Ort des Geschehens: Im ehemaliges Gutshaus in Merxhausen befinden sich Teile des Klostermuseums. Hier soll auch die Ausstellung über Frauenbilder aus Bad Emstal entstehen.

Bad Emstal. Ein erster Schritt ist getan: Die Vizelandrätin des Landkreises Kassel, Susanne Selbert, wird für das Projekt „Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder - 800 Jahre Frauenbilder in Bad Emstal“, das im ehemaligen Gutshaus in Merxhausen entstehen soll, die Schirmherrschaft übernehmen.

Offiziell wird dies am Freitag, 31. Oktober, in einer Feierstunde bekanntgegeben. Dabei wird sie einen Vortrag über Luise Nauhaus (1879-1941) halten, die Teil der Ausstellung werden wird.

Auch wenn mit der Schirmherrschaft ein Anfang gemacht sei, und derzeit schon einige Geschäfts- und Privatleute dabei sind, suche der Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal weiterhin Förderer, sagt Hartwin Neuman, Vorsitzender des Kultur- und Geschichtsvereins. Hier sei auch die Bevölkerung gefragt.

Geplant ist eine Dauerausstellung. Damit soll endgültig ein Bad Emstaler Museum geschaffen werden. Thema der Ausstellung sind Frauen, die in Bad Emstal gelebt, gearbeitet, gelitten und dadurch einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Ziel sei es, diese Frauen bekannt zu machen, aber auch die Identität der Region zu stärken und die Gleichberechtigung weiterzuentwickeln, so Neumann. Außerdem sei auch die Arbeit und Geschichte mehrerer Jahrhunderte der Einrichtung, vom Kloster bis zu Vitos, zu würdigen.

Nur in Bad Emstal möglich 

Von 1213 bis etwa 1975 beherbergten das Kloster Merxhausen, das Hohe Hospital und seit Beginn des 19. Jahrhunderts die Psychiatrische Einrichtung fast ausschließlich Frauen. Laut Neumann wisse man heute, dass diese Tatsache eine einzigartige sei. Deswegen sei das Projekt auch nur in Bad Emstal möglich, da es in ganz Europa keine Gemeinde gebe, die einen solchen Gegenstand für ein Museum zur Erforschung bieten könne.

Auch deshalb sei das Projekt förderungswürdig. Dies sah auch Susanne Selbert so. Laut dem Pressesprecher des Landkreises Kassel, Harald Kühlborn, übernehme diese nicht jede Schirmherrschaft, die angefragt wird. „Dieses Projekt passt aber inhaltlich, da Frau Selbert auch für das Frauenbüro im Landkreis Kassel zuständig ist. Auch da kümmert sie sich um das Thema, wie Frauen gleichberechtigt werden können.“

Außerdem habe sie auch eine persönliche Geschichte durch ihre Großmutter Elisabeth Selbert, die in der Region gelebt hat. Elisabeth Selbert gilt als eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“. Die Aufnahme der Gleichberechtigung in die Grundrechte der deutschen Verfassung soll zu einem großen Teil ihr Verdienst gewesen sein.

Von Maximilian Bülau

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.