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Vom Feld auf den Teller

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Ein Mähdrescher fährt auf einem Feld
Es ist Erntezeit: In den Sommermonaten zählt jeder Tag, um den idealen Zeitpunkt für die Ernte abzupassen. © Vera Glass

Joachim Reitz ist Landwirt durch und durch. Schon seit 42 Jahren arbeitet er auf dem Landwirtschaftlichen Betrieb von Philipp Russel, Inhaber der Russellschen Guts- und Forstverwaltung Hohenborn. Ein Betrieb mit langer Tradition, ansässig in Zierenberg. Zum Anwesen gehören 820 Hektar Ackerland und 460 Hektar Wald. Ein konventioneller Ackerbaubetrieb, den Reitz – seit mehr als 20 Jahren – als Betriebsleiter bewirtschaftet.

„Wir sind breit aufgestellt“, erzählt Joachim Reitz und meint damit die unterschiedlichen Ackerkulturen, die angebaut werden: Sommer- und Wintergerste, Gras- und Weidesamen, Roggen, Weizen, Raps, Ackerbohnen, Erbsen, Mais und Rüben. Eine wechselnde Fruchtfolge ist wichtig, um die Böden nicht auszulaugen. Weshalb die Fruchtfolge auch jedes Jahr variiert. Auf diese Weise können Arbeitsspitzen im Sommer gebrochen werden. „Wenn ich alles auf ein Pferd setzte, kann es komplett in die Hose gehen“, sagt der Betriebsleiter. Momentan ist Erntezeit. Und jeder Tag zählt: „Aktuell sind wir zehn Tage früher dran als gewöhnlich“, erzählt der Betriebsleiter. Die Folge des Klimawandels, die man auch hier bei uns deutlich spürt. Für die Gerste seien die diesjährigen Bedingungen optimal – doch das gilt nicht für alle Kulturarten.

Der Weizen, der später entwickelt ist als die Gerste, leide unter der Trockenheit, ebenso die Ackerbohne und der Grassamen. Auch die Erbsen hätten gelitten. In diesen Bereichen rechnen Reitz und sein Chef Philipp Russel mit Einbußen. In welcher Höhe ist noch nicht absehbar. Niederschlag, der jetzt käme, würde den Weizenertrag nicht mehr retten. Für eine stabile Qualität ist bei der Ernte jedoch eine trockene Witterung unerlässlich. Und so wird auf dem Gut Hohenborn derzeit jeder Tag genutzt: Schon in den Morgenstunden fahren die großen Mähdrescher raus, um das Getreide zu ernten. Während der Ernte arbeiten Russell und sein Mitarbeiter mit einem Lohnunternehmer aus der Region zusammen. Während der Erntezeit wird oft bis spät in den Abendstunden hinein und an den Wochenenden geerntet. Gelagert wird das Korn im zum Hof gehörenden Gebäuden, die über spezielle Kühlungs- und Lüftungsanlagen verfügen. Das ist wichtig, damit sich das Getreide lange in guter Qualität hält. Etwa drei Jahre haltbar ist beispielsweise die Gerste bei entsprechender Lagerung, weiß Betriebsleiter Reitz. Ein großer Teil der Sommergerste wird regional an die Warburger Brauerei vermarktet. Ein anderer Teil wird eingelagert und zu einem späteren Zeitpunkt verkauft, oder für die Aussaat im nächsten Jahr genutzt.

Die derzeitige Trockenperiode mit hohen Temperaturen bereitet Philipp Russell Sorge. Vor allem für den Weizen. „Entscheidend für uns sind die Monate Mai und Juni“, sagt Reitz, „da brauchen wir Regen. Mit durchschnittlich 25 Erntetagen rechnen Russell und Reitz für das Getreide. Im Herbst steht dann noch die Rüben- und Maisernte an. Alle Ernteprodukte werden in der Region vermarktet. So geht der Mais an die Biogasanlage in Wolfhagen und Marsburg. Die Rüben an die Zuckerfabrik in Wabern.

7,8 Tonnen Weizen werden auf dem Gut Hohenborn durchschnittlich pro Jahr geerntet. Dass der Ertrag in diesem Jahr geringer ausfallen wird, da ist sich der Betriebsleiter sicher. Wie hoch, dass wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Im Anschluss der Getreideernte endet die Arbeit nicht: „Dann werden die Böden bearbeitet für die kommende Aussaat“, sagt Reitz. Ein permanenter Kreislauf, bei dem die jährliche Düngebedarfsberechnung an erster Stelle steht. Denn sie ist exakt darauf abgestimmt, was jährlich an Ernte erwartet und benötigt wird. Doch ein Faktor bleibt bei diesen Berechnungen vage: das Wetter. Auf dieses kann man nur reagieren und sich anpassen mit Fruchtfolgen und Sortenvielfalt. So, wie man es in Hohenborn bereits seit einigen Jahren praktiziert wird.

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Expertentipp

von Kai-Andreas Finke, Raiffeisen Waren GmbH

„Die Getreideernte ist sowohl für die Landwirte als auch für die Lohnunternehmer
die wichtigste Zeit im Jahr. In einem kurzen Erntezeitfenster muss die Ernte eingefahren werden, denn der richtige Zeitpunkt ist für die Qualität der Ernte ein entscheidender Faktor. Für unsere Kunden und für uns sind der Juli und August deshalb die wohl stressigsten Monate im Jahr.

Um das zu ernten wo ein Jahr lang drauf hingearbeitet wurde, benötigen die Landwirte kompetente Unterstützung. Wir als Raiffeisen Waren GmbH sind ein zuverlässiger Partner, der erstklassige und zuverlässige Technik liefert, aber auch mit individueller Beratung, langjähriger Erfahrung und Werkstattservice zur Seite steht.

Unser Anspruch ist es, sowohl mit modernster und leistungsfähiger Technik als auch mit Service rund um die Uhr für eine möglichst reibungslose Ernte für unsere Kunden und Landwirte zu sorgen.

Mit angepasster Technik, vom Mähdrescher über Ballenpressen bis zur Transporttechnik, bieten wir für jede Betriebsgröße und jeden Einsatzumfang die richtige Lösung für die Ernte.

Für die individuelle Beratung sowie bei allen Fragen rund um Einsatz und Handhabung der Maschinen – und natürlich den Service und Support in der Ernte – steht in all unseren Servicestationen geschultes Fachpersonal kompetent zur Seite.“ nh

» www.rw.net

Von Vera Glass

Portrait von Landwirt Joachim Reitz
Landwirt Joachim Reitz © Vera Glass

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