Kälte und Schnee beeinträchtigen Bäume und Tiere nicht - Wetterwechsel gefährlich

Im Wald ist alles im Lot

Uwe Zindel

Wolfhager Land. Es gibt auf keinen Fall einen Unterschied - so lautet die eindeutige Antwort von Wolfhagens Forstamtsleiter Uwe Zindel auf die Frage, ob die derzeitige Wetterlage den Wald und die dort lebenden Tiere stärker in Mitleidenschaft zieht als in den milderen Wintern. „Die Bäume sind überhaupt nicht betroffen. Sie halten Temperaturen bis zu minus 30 Grad aus“, sagt Zindel. Auch was das Nahrungsangebot für die Tiere betreffe, gebe es keine Probleme. „Die Wildschweine haben genug Eicheln und Bucheckern. Auch das Rehwild hat genug zu fressen.“

Als letzte harte Frostphase, die wirklich gefährlich für die Waldbewohner gewesen sei, habe er den Winter 96/97 in Erinnerung, sagt der Forstamtsleiter. „Da war der Boden erst steinhart gefroren. Um den Jahreswechsel fiel dann Schnee. Da kam es schon vor, dass Frischlinge vom Kältetod dahingerafft wurden.“ Derzeit könne es für die Tiere nur kritisch werden, wenn die Schneehöhe deutlich ansteige und der Schnee auch über längere Zeit liegen bliebe. Die Futtersuche wäre wesentlich schwieriger, und besonders die Frischlinge hätten aufgrund ihrer Körpergröße mit der Kälte zu kämpfen. Starker Frost und eine damit einhergehende Verharschung des Bodens sei besonders für Rehe schwierig. Es könnten leicht Schnittwunden entstehen.

Schädlinge sind resistent

Wer nun hofft, dass Tief Daisy oder Hoch Bob einigen Schädlingen den Garaus machen könnten, ist leider auf dem Holzweg. „Sie sind resistent gegen das bisschen Kälte. Da würde eher ein Wechsel zwischen Kälte- und Wärmeperioden helfen.“ Der sei nämlich die beste Voraussetzung für Krankheitserreger wie Viren und Bakterien, die auch Schädlinge dahinraffen.

Trotzdem vorsichtig sein

Doch was bedeutet die Wetterlage für Menschen, die im Wald unterwegs sind? Ist mehr Vorsicht geboten als in den Jahren zuvor? Laut Uwe Zindel nicht. Allerdings sollte man grundsätzlich darauf achten, nicht unbedingt unter mit Schnee behangenen Zweigen entlang zu gehen. „Wenn jetzt eine Auftauphase folgt und es dann wieder gefriert und erneut draufschneit, wird es sehr wohl gefährlich.“ Denn dann könne das herabfallende Eis-Schnee-Gemisch Verletzungen verursachen.

Von Esther Husung

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