Natur spielt verrückt

Warme Temperaturen verändern die Pflanzen- und Tierwelt

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Wie im Frühling: In einem Vorgarten an der Naumburger Straße in Bründersen blüht ein Kirschbaum.

Wolfhager Land. T-Shirt statt Winterjacke: Die Temperaturen sind derzeit für den Monat Dezember ungewöhnlich warm. Auch die Natur scheint verrückt zu spielen. Statt weißer Weihnachten sind an manchen Orten bereits die ersten Kirschblüten zu sehen.

Es wird sich etwas ändern

Auch Otto Reinhard vom Nabu Oberelsungen hat bereits Ungewöhnliches beobachtet: „Ich habe schon Balzrufe von Kleibern gehört, normal wäre das für die Vögel im April.“ Welche Folgen die aktuellen Temperaturen für die Pflanzen- und Tierwelt haben werden, kann Reinhard kaum vorhersagen. Veränderungen werde es aber auf jeden Fall geben. „Die Temperaturen bringen alles durcheinander, was das bedeutet, wird man erst im Frühjahr sehen“, sagt Reinhard.

Der milde Winter werde dafür sorgen, dass Schädlinge weiterleben, die sonst erfrieren würden. Auch das Nahrungsangebot für Tiere könnte sich verändern. Zugvögel könnten bei ihrer Rückkehr so auf völlig veränderte Bedingungen treffen.

Kälte gewünscht

„Wenn sich das Klima dauerhaft so verändert, werden Kälte liebende Arten aus unserer Region abwandern und durch andere ersetzt“, beschreibt Reinhard mögliche Folgen für die Tierwelt. Diese Veränderungen werde man aber erst über die Jahre sehen.

Größere Schäden durch zu frühes Erblühen befürchtet der Nabu-Vertreter nicht. Es seien nur vereinzelt Pflanzen zu sehen, die jetzt schon aufblühen. So werde nicht jeder Kirschbaum plötzlich blühen. Insgesamt ist Otto Reinhard aber davon überzeugt, dass es besser wäre, wenn die warmen Temperaturen nicht dauerhaft anhalten würden: „Es sollte jetzt besser nochmal kalt werden.“ (dbr)

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