Kreis Kassel informiert in einer Broschüre

Umgang mit Wespen, Bienen und Hummeln: Kein Grund zur Panik

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Sie sind für Menschen harmlos: Hummeln. Auf unserem Symbolbild sucht eine bunte Hummel Nektar auf einer Wiese. Alle 500 bis 600 Meter benötigt sie eine Futterstelle. (Symbolbild)

Wespen, Wildbienen und Hummeln sind im Sommer oft ungern gesehene Gäste im Garten, auf der Terrasse oder in der Wohnung. Dabei sind sie durchaus wichtig.

Die Tiere haben ihren festen Platz im Naturgefüge. Da der Schutz in Zeiten, in denen die Zahl und Vielfalt der bestäubenden Insekten drastisch zurückgeht, immer wichtiger wird, startet der Landkreis Kassel die Initiative „Wildbienen sind friedliche Brummer“.

Angelika Schröder, Artenschutzbeauftragte des Landkreises Kassel, erklärt die Idee der Aktion: Man will über den richtigen Umgang mit Wildbienen aufklären – und zeigen, dass manche der fliegenden Tiere völlig harmlos sind. „Die meisten Menschen verbinden mit Insekten wie Bienen oder Wespen gemischte Gefühle – häufig werden sie nur als sommerliches Ärgernis wahrgenommen“, sagt Schröder. Sie macht aber auch klar: „Bei einer Wespen-Allergie ist natürlich dennoch höchste Vorsicht geboten, aber es geht mir darum, mehr Klarheit zu schaffen.“

Den Lebensraum sichern

Klarheit darüber, dass beispielsweise Hummeln völlig harmlos sind und niemals auf Menschen zufliegen würden. „Die sind einzig darauf aus, Nektar und Blütenpollen zu finden“, so Schröder. Und darüber, was jeder zuhause machen kann, um den Erhalt der Insekten zu sichern. Die Tiere benötigten Lebensräume für die Nahrungsaufnahme – „alle 500, 600 Meter benötigen sie eine Futterstelle“, erklärt die Artenschutzbeauftragte. Eine solche Stelle kann eine Blühwiese, ein Blühstreifen oder auch zuhause auf dem Balkon eine Bepflanzung von Balkonkästen und Pflanzengefäßen sein. „Balkon und Terrassen besitzen eine echte Anziehungskraft für die Tiere“, so Schröder weiter. Dann sei der Lebensraum für die fliegenden Insekten für den ganzen Sommer gesichert.

Der richtige Umgang mit Wespen

Wichtig sei es auch, beim Thema Wespen zu sensibilisieren. Oft schlagen Menschen wild darauf los, sobald sie eine Wespe in Sichtnähe wägen. Das sei das falsche Vorgehen. „Die verteidigen natürlich ihr Nest und wollen ihre Nachkommen schützen.“ Die Expertin schlägt vor, im Garten oder auf der Terrasse eine kleine Futterstelle mit Süßem anzulegen, um die Tiere vom Essenstisch wegzuhalten. Die Hochzeit der Wespen beginnt nun Ende Juli und geht bis Ende September. Ob die Hitze diese Hochphase weiter verschiebt? „Darüber kann man nur spekulieren“, sagt Schröder.

Häufig nicht bekannt ist, dass für die Insekten besonderer Schutz besteht. Auch darüber klärt der Landkreis in der neuen Broschüre auf. Wespen genießen den allgemeinen Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, sie „mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten“. Auch die Lebensstätten dürfen laut Gesetz nicht beeinträchtigt oder zerstört werden.

Zu den besonders geschützten Arten gehören Hornissen, Wildbienen und Hummeln. Bei ihnen ist es verboten, ihre „Fortpflanzungs- und Ruhestätten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“. 

Hier gibt es die Broschürelandkreiskassel.de/insektenfreundlich

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