Stadt muss WC schließen

Wegen Vandalismus: Bahnhofstoilette in Wolfhagen erneut dicht

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Hier ist Schluss: Reisende, die am Wolfhager Bahnhof ankommen, stehen derzeit vor verschlossenen Türen.

Seit Mai gibt es die öffentliche Toilette am Wolfhager Bahnhof. Ebenso lange dauern die Beschädigungen an und in dem Raum an. Mittlerweile musste das WC zum wiederholten Mal geschlossen werden.

„Das ist einfach extrem ärgerlich“, sagt Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake. Seit Ende September ist die behindertengerechte Toilette nicht mehr nutzbar (die HNA berichtete). Zuvor musste sie schon Anfang August geschlossen werden, weil der Raum saniert werden musste.

Damals waren Armaturen abgerissen, Rohre mit Tüchern verstopft und die Tür mutwillig beschädigt worden. Sie musste inzwischen erneuert werden. Zudem musste der städtische Bauhof mehrfach zu Reinigungseinsätzen ausrücken, weil die Verschmutzungen so extrem waren. Denn auch nach der erneuten Öffnung ging der Vandalismus weiter, wurde so schlimm, dass die Toilette nicht mehr nutzbar war. „Der Raum war nicht nur vermüllt, es wurden auch Fliesen mit Kot beschmiert“, schildert Schaake die unhaltbaren Zustände.

Ihn ärgert, dass vor allem Reisende und Menschen mit Behinderung von der Schließung betroffen sind. „In den Zügen gibt es ja keine Toiletten mehr und dann kommen die Reisenden hier an und finden solche Zustände vor.“ Offenbar fühlen sich die Täter unbeobachtet, sagt Schaake. Daher überlege man im Rathaus, wie man die Situation verbessern könne. „Wir lassen zum Beispiel eine Videoüberwachung prüfen.“ Erste Gespräche gebe es dafür bereits mit Mitarbeitern des Regierungspräsidiums, das Ordnungsamt prüfe den rechtlichen Rahmen.

Eine weitere Möglichkeit sei, dass die Toilette generell verschlossen bleibe, es aber einen Schlüssel gebe, den man sich ausleihen könne. „Das kennt man ja von Tankstellen“, so Schaake. Derzeit gebe es noch niemanden, der den Schlüssel verwalten könne, „aber vielleicht tut sich da was“.

Schaake hofft weiter auf Zeugen, die etwas beobachtet haben und sich melden. „Darauf sind wir angewiesen, damit wir Anzeige erstatten können“, sagt der Bürgermeister. Foto: Sascha Hoffmann

Sanierung auf Kosten der Steuerzahler

Parallel zur Prüfung, ob man eine Überwachungskamera am Bahnhof anbringen kann, wird die Toilette derzeit vom Bauhof der Stadt wieder hergerichtet – also auf Kosten der Steuerzahler. Betreiber der Toilette ist der Türkische Kulturverein. Bei Vandalismusschäden ist allerdings die Stadt zuständig. Rücken deren Bauhofmitarbeiter aus, ist das günstiger, als wenn die Stadt Firmen beauftrage, erklärt Bürgermeister Reinhard Schaake.

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