Vorwurf: Illegaler Medikamentenhandel im Puff

Wegen Viagra vor Gericht: Wolfhager soll Potenzpillen in Kasseler Bordell verkauft haben

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Nur für den Eigenbedarf: 600 Viagra-Pillen will ein Wolfhager für den Eigenbedarf im Urlaub gekauft haben. Gewirkt hätten nur die aus Ägypten.

Weil in seinem bordellartigen Massagebetrieb in Kassel über 300 Potenzpillen gelagert waren, stand am Mittwoch ein 52-Jähriger aus Wolfhagen vor dem Amtsgericht.

Der Vorwurf: unerlaubtes Handeltreiben mit Arzneimitteln. Ein Urteil gab es nicht: Die Verhandlung vor Amtsrichter Mario Hirdes wird neu aufgerollt, weil dann auch die drei Damen aus Hofgeismar, Fuldatal und Kassel des Etablissements an der Schillstraße als Zeuginnen gehört werden sollen.

Der unter laufender Bewährung stehende Wolfhager gab sich arglos: Er sei nur Vermieter der drei Räume, mit den Kunden habe er nichts zu tun. Die Zimmernutzung koste pro Stunde 60 Euro, die sich der Angeklagte und die „Masseurinnen“ teilen. „Wenn es dabei zum Happy End kommt, habe ich nichts damit zu tun. Das Geld behalten die Frauen“, sagte der Angeklagte aus.

Die Potenzpillen, darunter auch Viagra, habe er bei Urlauben in Ägypten und Thailand gekauft, wo sie frei in jeder Apotheke erhältlich seien. Bei Hurghada habe er in zwei Urlauben rund 600 Pillen zum Stückpreis von 75 bis 80 Cent erstanden - ausschließlich für den Eigengebrauch. Keinesfalls habe er damit im Bordell gehandelt.

Bei Stückpreisen in Deutschland zwischen 10 und 15 Euro sind die Pillen vom Roten Meer echte Schnäppchen. Zudem gibt es sie hierzulande nur auf Rezept.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt. 

Ob sie denn auch gewirkt hätten, fragte Richter Hirdes interessiert. Der Angeklagte: „Ja, die aus Ägypten schon, die aus Thailand leider nicht.“ Warum er die Pillen in einem Stahlschrank im Massagesalon aufbewahrte, wollte Staatsanwältin Köpf wissen. Er sei praktisch nur zum Schlafen in Wolfhagen, sonst an der Arbeit oder bei seiner Kasseler Freundin.

Richter und Anklage zeigten sich durchaus willig, das Verfahren gegen eine Geldzahlung von 1500 Euro wegen Geringfügigkeit einzustellen. Dann hätte der Angeklagte aber auf die sichergestellten Pillen verzichten müssen. Das aber wollte er auf gar keinen Fall.

Ende Juli beginnt ein weiteres Verfahren wegen Diebstahls, Betrugs, Körperverletzung und Steuervergehen gegen den 52-Jährigen. Da könnte der mutmaßliche Potenzpillenhandel im Bordell mit eingepreist werden. Ob das so kommt, will Richter Hirdes jetzt prüfen. Die drei Mieterinnen des Massagesalons in Kassel, die inzwischen nicht mehr für den Angeklagten, sondern für die Konkurrenz arbeiten, könnten aber auch in einer Neuauflage des gestrigen Verfahrens gehört werden.

So richtig ertragreich scheint der Laden ohnehin nicht zu sein. Monatlich erziele er durchschnittlich Einnahmen von 1250 Euro, 935 Euro müsse er selbst an Miete bezahlen, rechnete der Angeklagte vor.

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