HNA-Markt: Mit wenig Druck geht es besser

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Macht Druck: Maximilian, Enkel von Wilfried Löber, half tatkräftig mit.

Überall hängen die Apfelbäume derzeit voll mit den reifen Früchten, die darauf warten gepflückt und verarbeitet zu werden.

Doch selbst die größten Leckermäulchen können nur eine begrenzte Menge an Apfelkuchen, Apfelkompott und Apfelmarmelade zu sich nehmen. Was also tun mit dem leckeren Obst? Wilfried Löber aus Zierenberg hätte da eine Idee: Apfelsaft!

Vor 20 Jahren baute er gemeinsam mit seinem Vater eine Presse, die vor 15 Jahren noch einmal modernisiert wurde. Diese eignet sich vorzüglich zum Pressen von Äpfeln zur Gewinnung des leckeren Saftes.

Anlage in gutem Zustand

Gemeinsam mit Günter André und mindestens einem weiteren Helfer hat der pensionierte Kfz-Meister etliche Äpfel zu Saft verarbeitet. Dazu wurde ein großer Erntekorb voller Äpfel zunächst in einem Muser klein geschnitzelt, dann in ein Presstuch gegeben und dieses dann in den Presskorb unter der hydraulischen Presse gegeben. Passgenaue Holzleisten bildeten den Abschluss. Vier dieser Korbladungen wurden dann mit einem langsam steigenden Druck so weit ausgepresst, dass in dem circa fünfminütigen Pressvorgang 30 bis 40 Liter Saft gewonnen wurden.

Die gesamte Pressanlage besteht aus einem Hydraulikpressgestell, das mit einem Hydraulikzylinder bestückt wurde. Eine verschiebbare Wanne aus Edelstahl samt Auslauftrichter befindet sich unter dem Presskorb, der mit drei Verstärkungsringen angefertigt wurde. Alle relevanten Teile sind aus Edelstahl und lassen sich hervorragend mit einem Hochdruckreiniger vor und nach Gebrauch abspritzen. Auf diese Weise blieb die Anlage bis heute in bestem Zustand.

Bildergalerie

HNA-Markt: Wilfried Löber aus Zierenberg verkauft seine Obstpressanlage 

Das Gestell wurde mit zwei Transporträdern versehen, so dass es gut bewegt werden kann. Das Hydraulik-Aggregat mit aufgebautem Steuergerät wurde von Wilfried Löber selbst aufgebaut und zugeordnet. Angeschlossen wird es über zwei 15 l Hochdruckschläuche mit je zwei Metern Länge. Der 78-jährige berichtet, dass die Anlage mit einem Druck von bis zu sechs Tonnen arbeiten kann. Hydraulik-Aggregat und Muser werden mit Drehstrom 400 V – 50 Hz betrieben.

Lange Jahre wurde die Presse in der Scheune von Günter André aufbewahrt, doch als dieser seinen Hof verkaufte, musste ein neuer Platz gefunden werden. Seit vier Jahren wurde die Presse nicht mehr genutzt und wartet nun in einer Lagerhalle in Zierenberg auf ihren erneuten Einsatz. Schließlich ist sie voll funktionsfähig und kann für jede Sorte Obst genutzt werden. „Sogar Quittensaft haben wir damit gewonnen“, erzählt Günter André.

Doch zumeist waren es Äpfel, die in großen Mengen mit der Presse verarbeitet wurden. Der so gewonnene Apfelsaft –manchmal produzierte man auch Apfelwein – war sehr gefragt. „Wir waren sehr lange bei der Feuerwehr aktiv“, sagt Wilfried Löber, „vor allem die Jugendfeuerwehr hat sich immer über den Saft gefreut.“ Günter André ergänzt, dass seine Ehefrau den Saft in Einmachgläsern eingekocht hat. „Bei uns stand immer ein Glas auf der Anrichte – wir haben gar nichts anderes getrunken.“

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