Witterung und Milbe: Schlechte Honigernte

Wolfhager Land. Die frühe Obstblüte nach einem milden Winter und die Varroa-Milbe haben den heimischen Imkern erneut die Honigernte verdorben. Deshalb könnten die Preise steigen.

Laut des Hessischen Imkerverbands lag der Ertrag bei etwa 30 Kilogramm Honig pro Volk, normal seien um die 40. „Insgesamt ist es auch bei uns unterdurchschnittlich gelaufen“, sagt Richard Trutti, Ehrenvorsitzender des Imkervereins 1865 Wolfhagen: „Besonders die erste Ernte des Blütenhonigs, die Ende Mai geschleudert wurde, hat deutlich weniger Ertrag gebracht“. Auch die Masse der 64 Vereinsmitglieder habe geringere Erträge verzeichnet. Das wird von Henning Jeschke, dem Inhaber der Bärenbergimkerei, bestätigt: „Das Wetter hat sehr große Auswirkungen auf den Honigertrag. Und die Varroa-Milbe hat ebenfalls dazu beigetragen, dass es für uns auch nicht so gut in diesem Jahr lief.“ Der 65-jährige Vollerwerbsimker, einer der wenigen in der Region, sagt weiter: „Der Ertrag im abgelaufenen Jahr lag gerade einmal bei 60 Prozent des üblichen Wertes.“

Durch die Witterung und den Milbenbefall seien mehrere Faktoren zusammengekommen, sagt der Bio-Imker. Dadurch habe er viele Bienenvölker verloren, die insbesondere im Sommer des vergangenen Jahres stark von den Milben geschädigt wurden. Etwas besser sah es lediglich bei seinem Stand im Wald aus.

Dort seien die Verluste wesentlich geringer ausgefallen, sagt Jeschke. Dass es im aktuellen Winter bereits wieder große Verluste durch die Witterung gegeben habe, sei aber noch kein Indiz dafür, dass die kommende Ernte ebenfalls ähnlich schlecht ausfalle.

Beide Imker haben die Preise für ein Glas Honig trotz der schlechten Saison aber noch nicht erhöht. Experten gehen dennoch davon aus, dass der Preis von 4,50 Euro für 500 Gramm auf durchschnittlich fünf Euro ansteigt.

Von Nicolai Ulbrich

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