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Wolfgang Hensel regt separates Budget für Behinderte an

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Von: Antje Thon

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Für Menschen mit einer Gehbehinderung schwierig: Dem Bürgersteig an der Erpetalstraße in Wenigenhasungen fehlen nach Angaben des Behindertenbeauftragten Wolfgang Hensel Absenkungen.
Für Menschen mit einer Gehbehinderung schwierig: Dem Bürgersteig an der Erpetalstraße in Wenigenhasungen fehlen nach Angaben des Behindertenbeauftragten Wolfgang Hensel Absenkungen. © Antje Thon, Sascha Hoffmann/Archiv

In Wolfhagen herrschte 2022 Stillstand bei den Hilfen für Behinderte. Der Behindertenbeauftragte Hensel fordert deswegen einen eigenen Etat.

Wolfhagen – Bürgersteige absenken, Rampen für Rolli-Fahrer, barrierefreie Toiletten, Handläufe an Treppen – Wolfgang Hensel kümmert sich seit vielen Jahren darum, Menschen mit Behinderungen das Leben im öffentlichen Raum zu erleichtern. Allerdings hat sich im zurückliegenden Jahr beim Thema Behindertenfreundlichkeit in Wolfhagen nicht sehr viel getan. Zu diesem Ergebnis kommt der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte in seinem Bericht, in dem er traditionell während der letzten Parlamentssitzung eines Jahres informiert.

Grund für den relativen Stillstand ist einmal mehr die vorläufige Haushaltsführung und das mit ihr einhergehende Verbot, Geld für freiwillige Leistungen auszugeben, „obwohl sie zum Wohle und als Hilfe für Behinderte. aber auch andere betroffene Menschen notwendig sind“, so Hensel. Dem Bauhof sei es nicht möglich gewesen, anstehende Verbesserungen auszuführen. Er regte an, für die Bedarfe der Behinderten ein eigenes Budget zu schaffen. So ließe sich jedes Jahr mit einem festen Betrag rechnen.

Wolfgang Hensel Behindertenbeauftragter
Wolfgang Hensel Behindertenbeauftragter © Hoffmann, Sascha

Bislang würden die von ihm vorgeschlagenen Veränderungen, die die Situation für behinderte und ältere Menschen verbessern, über Mittel für Unterhaltungsarbeiten finanziert. „Die sind eng bemessen und schon nach ein paar Monaten aufgebraucht“, so Hensel.

Bordsteinabsenkungen und Rampen für Rollstuhlfahrer fehlen an vielen Stellen

Die Mitarbeiter des Bauhofes führten einzelne Vorhaben aus, wenn es die Situation und die dünne Personaldecke zulasse. Hensel erinnerte einmal mehr an die diversen Problemstellen in Wolfhagens Stadtteilen. Nach wie vor fehle am Dorfgemeinschaftshaus in Altenhasungen eine Rampe für Rollstuhlfahrer.

Der Behindertenparkplatz am Haus des Gastes in Niederelsungen lasse ebenso auf sich warten wie Bordsteinabsenkungen an Warburger und Volkmarser Straße. In Wenigenhasungen bestehe Handlungsbedarf im gesamten Verlauf der Erpetalstraße. „Dort gibt es keinerlei Bordsteinabsenkungen“, sagt Hensel. Ähnliche Probleme gebe es in Istha an der Brückenstraße. Zudem monierte er das Fehlen einer behindertengerechten Toilette im Dorfgemeinschaftshaus Nothfelden.

Missstände auch in der Kernstadt: An der Bedarfsampel an der Kurfürstenstraße vermisst Hensel ein akustisches Signal – eine Nachrüstung möge geprüft werden. Das Erlebnisbad verfüge zwar über ein barrierefreies WC, jedoch fehle ein entsprechender Waschtisch. Und überall dort, wo in der Innenstadt Blaubasaltsteine verlegt wurden, sei die Unfallgefahr mitunter erhöht. An der Karlstraße und am Siegelweg fehlten Absenkungen. An der Schützeberger Straße soll der Parkplatz für Behinderte verlagert und vorm DRK-Kleiderladen eingerichtet werden.

2022 und 2021 hat sich die Situation für Behinderte in Wolfhagen insgesamt verbessert

Doch es gab auch Lob vom Behindertenbeauftragten. In der Sanitätsrat-Führer-Gasse hinter Fuchsens Café sei nun ein Geländer angebracht, im Umfeld der Walter-Lübcke-Schule wurden Bürgersteige abgesenkt.

Als vorbildlich bezeichnete Wolfgang Hensel den bereits im Jahr 2021 neu gestalteten Zugang ins Hotel und Restaurant Zum Chattenturm. Der könne von behinderten Menschen gut bewältigt werden. Im Erdgeschoss wurde eine barrierefreie Toilette geschaffen. Und auch das neue Gemeindebüro der evangelischen Kirchengemeinde in Wolfhagen verfügt nun über einen ebenerdigen Zugang.

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