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10 Rehkitz-Retter für die Jagdgenossenschaft Burghasungen

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Von: Eva Krämer

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Jagdpächer Karl-Heinz Dotting hat 10 Rehkitz-Retter für die Jagdgenossenschaft Burghasungen angeschafft.
Jagdpächer Karl-Heinz Dotting hat 10 Rehkitz-Retter für die Jagdgenossenschaft Burghasungen angeschafft. © Eva Krämer

Eine kleine Dose, die Leben retten kann: der Rehkitz-Retter. Zehn dieser Geräte hat Jagdpächter Karl-Heiz Dotting für die Jagdgemeinschaft Burghasungen angeschafft.

Ehlen – Er ist kaum größer als eine Getränkedose, kann aber Leben retten: der Rehkitz-Retter. „Der Retter ist ein kleines Gerät, der am Feldrand aufgestellt wird“, erklärt Jagdpächter Karl-Heinz Dotting aus Ehlen.

Zehn Rehkitz-Retter hat Dotting für die Jagdgenossenschaft Burghasungen angeschafft.

„Das Gerät sendet in einem Umkreis von 100 Metern ein akustisches und ein Lichtsignal“, sagt Dotting. „Es ist so gedacht, dass die Landwirte, bevor die Wiesen gemäht werden, das Gerät aufstellen.

Die Rehmutter, die Ricke, erkennt die Gefahr und lässt ihr Kitz nicht am Feldrand liegen.“ Um ein gewöhnliches Feld abzudecken, reichen zwei Rehkitz-Retter aus.

Kitze werden oft übersehen

Die ersten drei bis vier Lebenswochen liegen die Rehkitze gut geschützt im hohen Gras, oft an Feldrändern. „Die Ricke ist in der Nähe und kehrt regelmäßig zu ihrem Kitz zurück“, erklärt Dotting.

Beim Mähen mit großen Maschinen werden die Kitze oft übersehen und getötet. Zuvor mussten die Felder von den Landwirten oder Jagdpächtern zu Fuß abgesucht werden.

„Nach dem Tierschutzgesetz sind die Landwirte dafür verantwortlich, ihre Wiesen nach den Kitzen abzusuchen. Das ist ein großer Aufwand“, sagt Dotting. Auch Drohnen werden für die Suche nach den Rehkitzen am Feld eingesetzt.

Die Rehkitze sind Gras kaum zu sehen.
Die Rehkitze sind Gras kaum zu sehen. © panthermedia.de

Umsetzung von Kitzen kann gefährlich sein

„Dafür braucht man mindestens drei Personen. Einer, der die Drohne fliegt, einer der auf den Bildschirm schaut und einen, der den Feldrand absucht“, so Dotting. Zudem ist die Drohne nicht immer zuverlässig.

„Die Infrarotkamera erkennt nicht nur die Kitze, sondern auch zum Beispiel Steine, die sich in der Sonne aufgeheizt haben. Das macht das Ganze sehr aufwendig“, sagt Dotting.

Wird ein Rehkitz gefunden, muss es umgesetzt werden, was immer einige Gefahren mit sich bringt. „Man muss Handschuhe anziehen und das Kitz immer mit etwas Gras anfassen, damit es den Geruch des Menschen nicht zu sehr annimmt“, sagt Dotting.

Retter sind deutlich günstiger als eine Drohne

Trotzdem kann es dazu kommen, dass die Ricke das Kitz nicht mehr annimmt, wenn es Kontakt mit Menschen hatte.

Darüber hinaus sei eine Drohne sehr teuer. „Sie kostet etwa 4000 Euro. Ein Rehkitz-Retter dagegen knapp 100 Euro“, so Karl-Heinz Dotting. Der Einsatz vom Rehkitz-Retter ist hingegen deutlich einfacher.

„Er kann am Abend, bevor der Landwirt mähen will, an einem einfachen Weidezaunpfahl in die Erde gesteckt werden“, erklärt Dotting. Am Zaunpfahl wird einem Akku befestigt, der mit zwei Kabeln am Rehkitz-Retter angeschlossen wird.

Für den Schutz von Rehkitzen: Jagdpächter Karl-Heinz Dötting (rechts) übergibt Rehkitz-Retter an Horst Brixel, Vorsteher der Jagdgenossen Burghasungen.
Für den Schutz von Rehkitzen: Jagdpächter Karl-Heinz Dötting (rechts) übergibt Rehkitz-Retter an Horst Brixel, Vorsteher der Jagdgenossen Burghasungen. © Privat

Auch als Wildschreck einsetzbar

„Der Akku hat mit sechs Monaten eine sehr lange Betriebsdauer“, sagt Dotting. Der Rehkitz-Retter soll jedoch nicht nur die Kitze vor dem Mähdrescher retten.

Das Gerät kann auch als Wildschreck an Mais- und Weizenfeldern aufgestellt werden, um die Ernte vor Wildschweinen zu schützen“, erklärt Dotting. „Somit hat das Gerät drei Funktionen.“

Jagdpächter Karl-Heinz Dotting ist es wichtig, die Tiere zu schützen. „Ich bin zwar Jäger und seit über 20 Jahren Jagdpächter in Burghasungen und Oelshausen aber trotzdem liegt mir das Tierwohl sehr am Herzen“, sagt er. „Für den Tierschutz ist der Rehkitz-Retter ideal.“ (Eva Krämer)

Infos zum Rehkitz-Retter gibt es unter naturtech-oberland.de

Nabu gibt Tipps: Was tun, wenn man ein Rehkitz findet?

Wer Tiernachwuchs in der Natur findet, sollte am besten großen Abstand halten, rät der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). In den meisten Fällen sind die Elterntiere nicht weit entfernt.

Kitze und junge Feldhasen liegen oft regungslos im hohen Gras, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Auf keinen Fall sollten Wildtierekinder angefasst werden, da sie den Geruch des Menschen annehmen und sie dann von der Mutter verstoßen werden können. Rehkitze beobachtet man am besten aus großer Entfernung.

Die Rehmutter, die Ricke, ist nämlich meist in der Nähe. Wenn die Ricke auch nach Stunden nicht zu ihrem Kitz zurückgekehrt sein sollte, kann man das zuständige Forstamt, den Jäger oder eine Wildtierstation um Hilfe bitten, nicht aber auf eigene Faust handeln. Hilfe muss nur sofort gerufen werden, wenn das Rehkitz oder ein erwachsenes Reh sichtbar verletzt ist.

Kontakt zum Forstamt Wolfhagen, Tel. 0 56 92/9 89 80 oder per E-Mail forstamtwolfhagen@forst.hessen.de

Weitere Infos gibt es unter hessen-forst.de

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