100. Geburtstag: Anneliese Hagels Rezept für langes Leben

Ein nicht alltägliches Jubiläum: Anneliese Hagel feiert heute in der Wolfhager Seniorenresidenz Phönix ihren 100. Geburtstag. Foto: zih

Wolfhagen. Mit einem fröhlichen Lächeln kokettiert Anneliese Hagel schon etwas mit ihrem Alter: „Die Leute machen mich oft 20 Jahre jünger."

In der Tat sieht man der rüstigen Seniorin nicht an, dass sie heute ihren 100. Geburtstag feiert. Stolz und froh ist die Bewohnerin der Wolfhager Wohnanlage Phönix, dass sie sich so gut gehalten habe und auch geistig frisch geblieben sei.

„Täglich habe ich Obst und Gemüse gegessen und frische Milch getrunken“, sagt Anneliese Hagel. Sie glaubt fest daran, dass gesunde, ausgewogene Ernährung und ihre Gottesfürchtigkeit ihr das hohe Alter geschenkt haben. Mit einem Augenzwinkern verhehlt sie aber auch nicht, dass sie in Sachen Ernährung früher schon eine kleine Naschkatze war. „Bei Süßigkeiten, vor allem Schokolade, konnte ich nie Nein sagen.“

Letztere Leidenschaft hat sie vielleicht von ihrem Vater geerbt. Der übte in Balhorn das Bäcker- und Konditorhandwerk aus. Mangels fehlender Arbeit ging er jedoch nach Essen und fand dort beim Weltunternehmen Krupp eine Anstellung. In Essen erblickte Anneliese Hagel, geborene Reitze, als Einzelkind das Licht der Welt. Die Familie zog nach Duisburg, dort absolvierte Anneliese Hagel nach dem Besuch der Realschule eine kaufmännische Ausbildung. Als sie ein Arbeitsangebot der Strumpffirma Kunert bekam, nahm sie dieses an und zog nach Stuttgart.

Dort lernte sie bei einer Tanzveranstaltung ihren aus Kassel stammenden Mann Kurt Hagel kennen, am 28. September 1940 heirateten beide. Das Glück war aber nur von kurzer Dauer, denn ihr Mann musste wieder zurück an die Front. Erst kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es ein freudiges Wiedersehen. Das familiäre Glück, „leider konnten wir keine Kinder bekommen, ich hätte gerne schon zwei bis drei gehabt“, endete am 22. Juli 1960. Da verunglückte Kurt Hagel, der eine eigene Herrenausstatterfirma gegründet hatte, mit dem Auto tödlich.

Zurück nach Balhorn

Inzwischen war Annelieses Vater mit seiner zweiten Ehefrau, die erste war nur wenige Jahre nach der Geburt der Tochter gestorben, wieder in seine Heimat Balhorn zurückgekehrt. Als Anneliese vor 35 Jahren Rentnerin wurde, zog sie zu ihrem Vater nach Balhorn. Nach dessen Tod führte Anneliese Hagel bis vor einem halben Jahr völlig allein und selbstständig ihren Haushalt, ehe sie sich nach einem schweren Sturz entschloss, ihren Lebensabend in der Seniorenresidenz Phönix zu verbringen.

Eigentlich wollte Anneliese Hagel dieses Fest im Kreis ihrer Lieben in einem Lokal in ihrer alten Heimat Balhorn feiern. Durch einen kurzen Aufenthalt im Wolfhager Krankenhaus bis Mitte dieser Woche musste die Jubilarin jedoch umdisponieren.

Von Reinhard Michl

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