Wolfhager Kneipenfestival lockte 1000 in die Altstadt

Bob Dylan ließ grüßen: Die Gruppe Jona Bird begeisterte im Kulturladen ihr Publikum mit gefühlvollen, auf Deutsch gesungenen Balladen. Fotos: Dilling

Wolfhagen. Vor dem Restaurant Chattenturm speisen zumeist ältere Gäste zur Kammermusik eines Trios. Im Kulturladen singt die Mannheimer Band Jona Bird gefühlvolle Balladen im Stil von Bob Dylan.

Auf dem Hof von Fuchsens Café gibt Sascha Kirschbaum, Sänger der Akustik-Rock-Band Sleeve Face aus Frankfurt, den David Bowie in einer kratzigeren, langsameren Variante, und auf der Bühne der Gaststätte „Zur Knackenburg" heizen die Rock n´Roller der „Rockin´ Rebels dem Publikum ein. Deren Kontrabassist reitet auf seinem Instrument. Es wird gejohlt und geklatscht.

Das achte Wolfhager Kneipenfestival lockte am Samstagabend mit einem Marathon der musikalischen Kontraste mehr als 1000 Fans in die Wolfhager Altstadt, sehr zur Freude von Harald Fuchs, der mit den Leuten vom Kulturladen das Festival organisiert hatte. „Der Vorverkauf ist schon sehr gut gelaufen, und jetzt spielt auch noch das Wetter mit“, sagte der Inhaber von Fuchsens Café. Vergangenes Jahr seien - bei schlechterem Wetter - nur rund 700 Besucher gekommen. „Die gute Resonanz zeigt aber auch, dass unser Konzept aufgeht. Wir bieten bewusst ganz unterschiedliche Musikrichtungen an. Da ist für fast jeden Geschmack etwas dabei“, erklärt der Gastronom.

Das Festival hat offensichtlich einen guten Ruf weit über die Grenzen der Stadt hinaus. 70 Bands hätten sich diesmal um die Teilnahme beworben. Neben dem Kasseler Lokal-Matador „Stolle“ Thomas Stolkmann waren auch viele auswärtige Bands aus Südhessen dabei. „Jona Bird“ kam zum ersten Mal nach Wolfhagen. „Hat es hier etwas mit einem Wolf auf sich?“, fragte Leadsänger Jonas Birthelmer. Das Publikum klärte ihn auf. „Ach so, Märchen, Brüder Grimm“, sagte der Sänger, die Zuhörer lachten.

Tanzen war, jedenfalls in den ersten Abendstunden nicht so angesagt. Die meisten Besucher lauschten der Musik und unterhielten sich an den Stehtischen. „Endlich ist mal was los in Wolfhagen“, meinte Besucher Christoph Plett.

Für Sonja Schmidt aus dem österreichischen Tirol, auf Verwandtenbesuch in Bad Emstal-Balhorn, und ihren Sohn Patrick war das Festival Neuland. „Bei uns gibt’s ja nur die Volksmusik, leider“, sagte sie und genoss den Abend der Kontraste in der Wolfhager Innenstadt.

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