Faul bis in die Krone

150 Jahre alte Buche im Wolfhager Burggarten gefällt: Äste waren abgebrochen

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Musste gefällt werden, nachdem große Teile herausgebrochen waren: Die 150 Jahre alte Rotbuche, die als markanter Baum den Wolfhager Burggarten zierte.

Wolfhagen. Gut 150 Jahre ist die stattliche Rotbuche im Wolfhager Burggarten alt geworden: Anfang vergangener Woche krachte die Hälfte des Baumes um.

Wie Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, sagt, sei er vom Stamm bis zur Krone von einem Pilz, der Stammfäule, befallen gewesen.

„Wir hatten enormes Glück“, meint Kühlborn. Der Baum steht auf dem Gelände des Landkreises Kassel, im angrenzenden Gebäude ist die Untere Naturschutzbehörde untergebracht. Nur wenige Minuten zuvor war ein Auto den kleinen Weg entlanggefahren, auf den wenig später die schweren Äste der Buche geprasselt sind.

Der Garten, der unter Denkmalschutz steht und nicht verändert werden darf, ist beliebt. Immer wieder kommen Besucher und genießen die Ruhe im Schatten der alten Bäume. Und auch die zwei- und dreijährigen Kinder der Spielstube, die vom Bezirksverband Nordhessen der Kinder- und Jugendhilfe in einer Wohnung der Zehntscheune betreut werden, nutzten den nahen Garten zum Spielen.

Stammfäule: Bis in die Baumkrone war das Holz der alten Buche bröselig.

Gutachten lagen falsch

Gutachten, die in regelmäßigen Abständen für die Bäume erstellt werden, hatten den beiden Rosskastanien, der Linde, einer Blutbuche und eben auch dieser Buche für weitere zehn Jahre Unbedenklichkeit bescheinigt. „Daran sieht man, dass selbst Experten nicht in die Bäume hineinschauen können“, sagt Kühlborn.

In den kommenden Tagen sollen die anderen Bäume, bei denen es sich durchweg um Naturdenkmale handelt und die damit unter besonderem Schutz stehen, unter die Lupe genommen werden.

Steht weiterhin im Burggarten: Die Blutbuche mit ihren weit ausladenden Ästen.

Bei der Baumfäule handelt es sich nach Angaben Harald Kühlborns um eine Krankheit, die lokal begrenzt sei. Die übrigen Bäume müssten also nicht zwangsweise befallen sein.

Aufgrund des Vorfalls im Burggarten und aus Gründen der Sicherheit hatte die Untere Naturschutzbehörde noch am selben Tag den restlichen Baum von Mitarbeitern der Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel (AGiL) fällen lassen. Das Holz soll nun versteigert werden. Wer sich für die Baumblöcke interessiert, kann sich an AGiL wenden unter 0 56 92/9 87 32 18, E-Mail: info@agil-wolfhagen.de. Der Höchstbietende erhält den Zuschlag. Zu einem späteren Zeitpunkt soll im Burggarten eine Ersatzpflanzung vorgenommen werden.

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