Bis 1.Februar geöffnet: Bibelausstellung in Kirche Sankt Maria

Bibelausstellung in der Wolfhager katholischen Kirche Sankt Maria: Günther Dreisbach zeigte den Kindern den Nachbau einer Gutenberg-Druckpresse aus dem Jahr 1450. Fotos:Michl 

Wolfhagen. Besucher können sich auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Bibel und des Buchdrucks bis zum 1. Februar begeben. Ein Einblick in die Ausstellung.

Bis zum 1. Februar findet in der katholischen Kirche Sankt Maria eine Ausstellung statt, die von der Evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen, der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Maria und der Selbständigen Evangelischen-Lutherischen (SELK) Balhorn/Altenstädt veranstaltet wird.

Zu sehen sind mehr als 50 Exemplare der Heiligen Schrift. Jedes der überwiegend leihweise zur Verfügung gestellten Bibelexponate hat für den Besitzer eine persönliche Geschichte. Auch Walter Grede aus Balhorn kennt spannende Details zu seiner Bibel. Durch Zufall hatten Familienangehörige das Buch auf dem Dachboden gefunden und sie vor vielen Jahren vom Wolfhager Buchbindermeister Karl Schomburg restaurieren lassen. Sie wurde „als die ganze Heilige Schrift durch Doktor Martin Luther verdeutscht“, im Jahr 1693 hatte sie der Frankfurter Balthasar Christof Wust gedruckt und ist das älteste Ausstellungsobjekt in der katholischen Kirche. Nur wenige Jahre jünger ist die Heilige Schrift von Ines und Heinz Riedel asu Wolfhagen - sie stammt aus dem Jahr 1736. Noch älter ist eine Wenzelsbibel aus dem 14. Jahrhundert, allerdings liegt sie nicht im Original vor, sondern als Nachdruck. Bei ihr handelt es sich um eine Oktav-Faksimile-Ausgabe „der ältesten deutschen Prachthandschift“, geschrieben und künstlerisch verziert in Prag.

Neben den Bibeln gibt es in der Ausstellung aber noch einen Hingucker: eine Druckerpresse, die der Balhorner Zimmermeister Wilhelm Mette nachgebaut hat. Hierbei orientierte es sich an einem berühmten Original aus dem Jahr 1450. Mit ihm hatte der Mainer Johannes Gutenberg den modernen Buchdruck auf den Weg gebracht. Die nachgebildete Druckerpresse ist jedoch nicht nur Betrachtungsobjekt. Jeder Besucher konnte sich unter Anleitung von Günther Dreisbach das „Vater unser“ als Schmuckblatt selbst drucken. Vervollständigt wird die Bibelausstellung durch Holzskulpturen und Holzbilder mit biblischen Motiven, die Johannes Kowahl, katholischen Stadtpfarrer in Naumburg, hergestellt hat.

Von Reinhard Michl

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