79-jährige Ingeborg ist fit an Tablet und Smartphone

Moderne Medien sind keine Frage des Alters: Ingeborg Ise (79) aus Wolfhagen steht über ihr Smartphone mit ihrer Familie in Verbindung. Täglich tauscht sie über den Nachrichtendienst WhatsApp kurze Texte und Bilder aus. Über das Tablet liest sie die HNA. Foto: Thon

Wolfhagen. Die Urlaubsgrüße ihres Enkels und dessen Familie aus Ungarn empfängt Ingeborg Ise auf dem neuesten Smartphone von Apple, dem i-Phone 6.

Per WhatsApp schicken sie sich kurze Nachrichten und Fotos hin und her. Die 79-jährige Wolfhagerin ist auf der Höhe der Zeit. Sind ihr die Bilder auf dem Display des Handys zu popelig, stellt sie eine Verbindung zum Tablet her und betrachtet sich die Fotos dort in Groß.

„Ich will nicht dumm sterben“, scherzt die rüstige Seniorin, die sich ihr Leben lang für alles begeistert, was mit Technik zu tun hat. In der Küche schwört sie auf ihren Thermomix, der ihr das Kochen extrem erleichtert. „Wenn früher eine Lampe angeklemmt werden musste, habe ich das erledigt“, sagt sie mit Blick hinauf zum Kronleuchter. „Mittlerweile rufe ich dafür aber meinen Sohn.“ Ihr Hang zu Dingen, die das Leben einfacher machen, hat sich in den vergangenen Jahren verlagert in Richtung moderne Kommunikationstechniken. Ihren ersten Laptop legte sich Ingeborg Ise vor acht Jahren zu. Schnell fand sie sich in der virtuellen Welt zurecht. Dort schaut sie die aktuellen Lottozahlen nach, recherchiert die Fußballergebnisse und kauft ein - „aber nur auf Rechnung“. Alles andere sei ihr zu heikel. Einen Computer-Kurs besuchte Ise nicht. Was sie sich selbst nicht beibringen konnte, erklärten ihr die Enkel. „Ich bin ein neugieriger Mensch“, verrät die junggebliebene 79-Jährige, die in früheren Jahren Aushilfsjobs nachging, vor allem aber Mutter und Hausfrau war.

HNA auf dem Tablet 

Rasch hatte sie den Schwachpunkt des Laptops analysiert. „Der war einfach zu schwer und zu unhandlich.“ Damals, also vor sieben Jahren, unternahm Ise noch viele Reisen. Ein Tablet musste her, mit dem sie von unterwegs auch Fotos machen konnte. Inzwischen hat sie das alte i-Pad ersetzt durch ein i-Pad Air. Auf dem widmet sie sich jeden Morgen nach dem Frühstück der HNA. Ihrem Mann, der fast blind ist und der in der Zeitung selbst nicht mehr blättern kann, liest sie alles Wichtige vor.

Ein Leben ohne Internet und technischen Fortschritt kann sich die Wolfhagerin, die im November 80 Jahre alt wird, nicht vorstellen. Vor 20 Jahren, als sie noch mit dem Wohnwagen unterwegs war, habe es sie immer gestört, wenn sich auf dem Campingplatz vor der einzigen Telefonzelle eine Schlange gebildet hat. „Also habe ich mir damals ein Handy zugelegt.“ Das Netz sei in den 1990-er Jahren jedoch miserabel gewesen; Ise sorgte für eine extra Antenne am Wohnwagen, die den Empfang verbesserte.

Mit der Zeit gehen, bedeutet für die Seniorin aber nicht, auf jeden vorbeifahrenden Zug aufzuspringen. Von Facebook zum Beispiel hält sie gar nichts. „Das geht mir zu sehr ins Persönliche.“

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