Wie ein Abend am Lagerfeuer 

800 Fans feiern Sänger Gregor Meyle im Wolfhager Kulturzelt

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Gregor Meyle verzauberte auch diesmal wieder seine Fans im Wolfhager Kulturzelt.

Gemeinsam mit seiner Background-Sängerin Laura Bellon begeisterte Gregor Meyle die Besucher im Kulturzelt mit Gänsehaut-Songs und Lagerfeuer-Atmosphäre.

Eigentlich wünscht man ja niemandem etwas Schlechtes, bei Gregor Meyle aber ist das etwas anderes. Der sollte ruhig öfter mal einsame Abende verbringen. Am besten im Kino, möglichst bei einem schlechten Film wie „Avatar“ und mit so wenig Geld in der Tasche, dass es gerade einmal für eine winzig kleine Tüte Popcorn reicht.

Dann nämlich läuft der sympathische Sänger zu Hochtouren auf, schreibt wunderschöne, traurige Songs, die später einmal die Massen begeistern, wie am Sonntagabend im Wolfhager Kulturzelt. „Keine ist wie Du“ heißt die Gänsehautnummer, zu der Meyle sich der betörenden Stimme seiner Background-Sängerin Laura Bellon bedient, die ihrem Chef immer dann zur Seite steht, wenn es besonders romantisch werden soll.

Gemeinsam lassen sie musikalisch Herzen regnen, die von den rund 800 Fans in den Wolfhager Teichwiesen mit offenen Armen aufgefangen und in Form eines wuchtigen Mitsing-Chores zurück gen Bühne geschmettert werden. Spätestens jetzt ist vergessen, dass das Zelt unerklärlicherweise nur zur Hälfte gefüllt ist, denn die, die da sind, feiern ihren Star stürmisch.

Kein Wunder, der zottelbärtige Hutträger versteht es wie kein anderer, sein Publikum mitzunehmen in seine selbstgebaute Welt aus flauschigen Pop-Perlen und einem feinen Mix aus Folk, Soul und später sogar Reggae, der die Temperaturen im ohnehin schon saunaähnlichen Zelt ins Uferlose steigen lässt.

Fantastische Begleitkombo

Es ist das ultimative Sommerfeeling, ganz so, wie wenn man mit Freunden einen lauschigen Abend am Lagerfeuer verbringt und zur Gitarrenmusik abtaucht in purpurne Traumwelten. Einziger Unterschied: Mit einer Klampfe allein kommt der lässige Geschichtenerzähler nicht aus, liefert dank seiner durchweg fantastischen Begleitkombo das ganze musikalische Brett, Bläser inklusive. „Ich habe die großartigste Band Deutschlands“, schwärmt Meyle und verrät, dass er sie nahezu komplett jener TV-Show zu verdanken hat, welche ihn 2014 in der Zuschauergunst ganz nach vorn und im nächsten Zug auf die ganz großen Konzertbühnen katapultiert hat: Sing meinen Song.

Seitdem läuft es wie am Schnürchen, auch bei seinem mittlerweile dritten Auftritt in Wolfhagen, bei dem der Singer-Songwriter mit Songpaketen voller Liebe wieder einmal mitten ins viel besungene Herz trifft. Auf den ersten Blick alles vielleicht nur wenig spektakulär, schnell aber doch ungemein berührend, sobald man den Alltag hinter sich gelassen hat und voll eingetaucht ist in die Meylschen Poesiewelten.

Das tut man gern, wenn der 40-Jährige von den „Wunderschönsten Dingen“ des Lebens oder „Das schönste auf der Welt“ singt und damit seine zweijährige Tochter meint. Bleibt zu hoffen, dass die dem glücklichen Papa genug Freiraum lässt für manch einsamen Abend im Kino.

Dienstagabend im Kulturzelt:LaBrassBanda, 20 Uhr. Tickets kosten an der Abendkasse 39 Euro.

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