Gesundheit

85-Jähriger in Wolfhager Klinik von Zenker-Divertikel befreit

Begeistert von der Behandlung in der Chirurgie der Wolfhager Klinik: Patient Lorenzo Garcia Andres (Mitte) mit dem Chefarzt der Chirurgie, Prof. Dr. Jürgen Faß (rechts) und Betriebsleiter Silvan Uick.
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Begeistert von der Behandlung in der Chirurgie der Wolfhager Klinik: Patient Lorenzo Garcia Andres (Mitte) mit dem Chefarzt der Chirurgie, Prof. Dr. Jürgen Faß (rechts) und Betriebsleiter Silvan Uick.

Lorenzo Garcia Andres litt an einem sogenannten Zenker-Divertikel, einer Aussackung in der Speiseröhre. Jetzt wurde der 85-Jährige in der Wolfhager Kreisklinik operiert.

Wolfhagen – Auf eine echte spanische Paella freut sich Lorenzo Garcia Andres am meisten. Nachdem der 85-Jährige in der Wolfhager Kreisklinik von Chefarzt Prof. Dr. Jürgen Faß operiert wurde, wird der Spanier auf sein Lieblingsgericht nicht mehr lange verzichten müssen.

Bis zur Operation waren Speisen wie die Paella eher die Ausnahme. Seit rund 20 Jahren war Lorenzo Garcia Andres von dem Zenker-Divertikel betroffen – mit zunehmenden Problemen. Zuletzt hatte die Aussackung, die extreme Schluckbeschwerden verursachte, die Größe einer Mandarine.

Für ihn, daran lässt er keinen Zweifel, war es ein Glück, dass er zur Behandlung in die Wolfhager Klinik kam – zunächst aber aus einem ganz anderen Grund.

„In Wolfhagen ist ein neuer Arzt, der macht alles gut“

Der Mann aus dem Gudensberger Stadtteil Deute litt im Frühjahr unter einem Darmverschluss wegen eines Tumors am Dickdarm. Bei der Beantwortung der Frage, wo er sich operieren lassen sollte, habe ihm seine Tochter sehr geholfen, sagt der Senior. Die arbeite beim ASB, fahre Rettungswagen und kenne sich ganz gut aus.

„In Wolfhagen ist ein neuer Arzt“, habe sie ihm gesagt, „der macht alles gut“. Gemeint war der neue Chefarzt der Chirurgie, Prof. Dr. Jürgen Faß, ein ebenso erfahrener wie hoch qualifizierter Operateur, der an zwei Tagen pro Woche in Wolfhagen im OP steht und an drei Tagen in der Kreisklinik Hofgeismar.

Bei der OP wurde ein weiterer Tumor entdeckt

So wurde Garcia Andres, der Mann der 35 Jahre lang bei VW gearbeitet hatte, dann als Rentner mit seiner Frau zurück in die alte spanische Heimat ging, dort 23 Jahre lang verbrachte und vor drei Jahren mit seiner zunehmend unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidenden Frau wieder zurück zu den drei Kindern nach Nordhessen zog, ein erstes Mal vom Wolfhager Chef der Chirurgie operiert.

Bei der auf die OP folgenden Spiegelung des Darms wurde auf der anderen Seite des beseitigten Verschlusses ein weiterer Tumor entdeckt. Wieder wurde Garcia Andres von Prof. Faß operiert. Und der Chirurg nahm sich schließlich auch des Zenker-Divertikels an.

Auch da war der Patient in besten Händen. Nicht ohne Grund sagt Prof. Jürgen Faß von sich: „Die Speiseröhrenchirurgie ist eines von meinen Steckenpferden.“ Und so wurde dann wohl erstmals in der Wolfhager Klinik am kleinen Ofenberg eine derartige Operation vorgenommen.

In der ersten Woche steht erst mal Eis auf dem Speiseplan

Dazu wird ein rund fünf Zentimeter großer Schnitt an der linken Halsseite gesetzt. „Man muss dabei auf den Stimmbandnerv achten“, nennt der Professor nur einen Aspekt, auf den es besonders zu achten gilt. Durch den Zugang wird das Divertikel abgetragen, außerdem wird der funktionsgestörte Schließmuskel an der Speiseröhre gespalten und vernäht.

In der ersten Woche steht erst mal Eis auf dem Speiseplan, dann erst wird mit Essen in Form von Brei begonnen und das Schlucken trainiert.

„Wir haben Lebensqualität zurückgebracht“, bringt Silvan Uick, Betriebsleiter der Kreiskliniken, das Ergebnis der OP im Wolfhager Krankenhaus auf den Punkt. Und Lorenzo Garcia Andres bestätigt diese Einschätzung eindrücklich. Das Leben mit dem Divertikel, der Ausstülpung der Schleimhaut an der Speiseröhre durch die muskuläre Wandschicht hindurch, war oft „peinlich“, sagt er.

„Bei Festen und Einladungen war es ganz besonders unangenehm“

Wegen der Funktionsstörung des Schließmuskels an der Speiseröhre und des Divertikels ist das Essen nur schwer in den Magen zu bringen, was im Übrigen auch für Medikamente gilt. In der Aussackung sammeln sich Speisereste, die unter anderem beim Bücken oder auch nachts im Schlaf unvermittelt aufgestoßen werden können. „Bei Festen und Einladungen war es ganz besonders unangenehm“, sagt der Patient.

Am Wochenende konnte Lorenzo Garcia Andres wieder nach Hause nach Gudensberg-Deute, wo auch seine Tochter wohnt, der er für den Rat, sich im Wolfhager Krankenhaus von Prof. Faß behandeln zu lassen, sehr dankbar ist.

„Ich freue mich, dass Sie hier gewesen sind. Das haben Sie gut gemacht“, sagt der 85-Jährige gut gelaunt zu Prof. Jürgen Faß. Jetzt kann er es kaum erwarten, nach der Genesung wieder unbeschwert eine gute Paella zu genießen. (Norbert Müller)

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