Fußball-Hessenpokal

FSV Wolfhagen fiebert auf Pokalkracher gegen Frankfurt hin

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Hoffen auf viel Publikum: von links Pascal Deiss, Julius Knatz, Manuel Rost, Betreuer Mike Hankel, Mannschaftskapitän Jonas Kaiser, Trainer Mario Elsasser und Tim Albrecht. 

Der FSV Wolfhagen zieht für das Spiel des Jahrzehnts alle Register. Anpfiff ist am Mittwoch, 11. April, um 19 Uhr. 

„Jungs, heute Nachmittag bitte so viele wie möglich beim Fototermin für die Zeitung da sein. Die drei Euro für die Mannschaftskasse fallen ausnahmsweise mal weg.“ Diese Nachricht schickte Mike Hankel, der Betreuer der A-Jugend des FSV Wolfhagen, gestern per Handy an die jugendlichen Fußballer. Normalerweise müssen Spieler, die mit Foto in der Zeitung landen, nämlich eine kleine „Strafe“ zahlen.

Doch vor dem heutigen Hessenpokal-Achtelfinale gegen den FSV Frankfurt gehen die Dinge bei den Wolfhagern nicht ihren gewöhnlichen Gang. „Ich habe den Jungs versprochen: Wenn wir gegen einen großen südhessischen Verein spielen, bauen wir die Tribüne auf“, sagt der Vorsitzende Harms Böttger. Und so stellten am Montag Mitglieder des Vorstands gemeinsam mit den Spielern die mobile Tribüne am Ascheplatz hinter dem Liemecke-Stadion auf. Die Tribüne, die 120 Zuschauern Platz bietet, stellt die Tauziehgruppe Philippinenburg und -thal zur Verfügung.

Der stellvertretende Vorsitzende Andreas Geselle, der beim FSV für die Jugendarbeit zuständig ist, ist zuversichtlich, dass sich die Tribüne auch füllen wird. Denn es ist ein Spiel der Superlative: Die Wolfhager spielen im Saisonbetrieb Kreisliga – die unterste Klasse. Der FSV Frankfurt ist mit großem Abstand Tabellenführer der Hessenliga – die zweithöchste Spielklasse im Jugendbereich, drei Klassen über der Kreisliga. „Ein solches Großereignis hat es bei uns erst einmal gegeben: 2009, als die Seniorenmannschaft im Hessenpokal gegen Kickers Offenbach gespielt hat.“ 0:8 endete die Partie damals.

Angst vor einer ähnlich hohen Niederlage hat Andreas Geselle nicht. Natürlich könne das passieren, doch schon das Erreichen des Achtelfinales sei für den Verein ein großer Erfolg. „Große Hoffnung auf eine Pokalsensation muss sich aber keiner machen.“ Das sieht Mannschaftskapitän Jonas Kaiser (19) anders. Er sagt: „Wir glauben an unsere Chance und werden alles für die Sensation tun.“ Schon auf dem Weg ins Hessenpokal-Achtelfinale haben die A-Jugendlichen, die seit anderthalb Jahren ungeschlagen sind, für zahlreiche Glanzlichter gesorgt: Im Kreispokalfinale besiegten sie die SG Schauenburg, die eine Liga höher spielt. Im Regionalpokal folgte ein 2:0 gegen die JSG Melsungen und ein deutlicher 4:1-Erfolg gegen den FC Ederbergland, der in der zwei Klassen höher angesiedelten Verbandsliga spielt.

Trainer Mario Elsasser sagt: „Die große Stärke der Jungs ist, dass sie nicht nur Mannschaftskollegen, sondern wirklich elf Freunde sind. Mit diesem Teamgeist haben wir schon viel erreicht – wir werden es auch den Frankfurtern ganz schwer machen.“

• Der Verein verlangt keinen Eintritt, stellt lediglich Spendenboxen auf. Für genügend Bratwürste und Getränke ist gesorgt.

Hintergrund: Deshalb wird auf dem Ascheplatz gespielt

Das Liemecke-Stadion des FSV Wolfhagen hat eine große Tribüne – aber kein Flutlicht. Weil Pokalspiele fast immer abends unter der Woche stattfinden, blieb als Spielort nur der Ascheplatz. Ein Vorteil ist der Belag, den die höherklassigen Frankfurter nicht gewohnt sind, für den FSV Wolfhagen nicht, sagt der stellvertretende Vorsitzende Andreas Geselle. „Die spielen häufig auf Kunstrasen, das ist ähnlich.“ Der FSV ist derzeit auf der Suche nach einem Ort für einen Kunstrasenplatz, an dem auch Flutlicht installiert werden könnte.

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