Masern-Impfpflicht greift im nächsten Jahr

Ab März gilt für Kinder ohne Impfung Kita-Verbot 

Wolfhagen – Ab März 2020 müssen Kinder gegen Masern geimpft sein, um in den Kindergarten oder die Schule gehen zu dürfen.

Und auch für die, die bereits Einrichtungen besuchen, ist der Nachweis bis 31. Juli 2021 erforderlich. Ein entsprechendes Gesetz wurde Mitte November im Bundestag beschlossen. Ziel ist es, idealerweise die hochansteckenden Infektionskrankheit, die gefährliche Komplikationen auslösen kann, auszurotten. Im vergangenen Jahr wurden dem Robert-Koch-Institut deutschlandweit 543 Masernfälle gemeldet. Die steigenden Fallzahlen werden auf fortschreitende Impfmüdigkeit zurückgeführt. Auch in Hessen hatte es im vergangenen Jahr 25 Ausbrüche der Krankheit gegeben.

Für die Umsetzung der Impfpflicht sind die Gesundheitsämter zuständig. „Zur Zeit liegen uns aber noch keine Ausführungsbestimmungen vor“, sagt Kreis-Sprecher Harald Kühlborn. Daher könne er zur praktischen Umsetzung noch nicht viel sagen.

Ähnlich sieht man es in den Rathäusern im Wolfhager Land. Auch hier wartet man auf eine entsprechende Information. Sicher ist schon: Die erfolgte Impfung muss gegenüber der Einrichtung mit dem Impfausweis, des gelben Kinderuntersuchungsheftes oder – bei bereits erlittener Krankheit – durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden. Kitakinder ohne Impfung werden von dem Besuch der Einrichtung ausgeschlossen. Bei Schulkindern gilt dies nicht, allerdings müssen die Eltern mit einem Zwangsgeld von 2500 Euro rechnen.

Bei der Stadt Wolfhagen sieht man der neuen Aufgabe gelassen entgegen. „Wir haben in den Richtlinien für unsere Kindergärten bereits seit einigen Jahren eine Pflicht zur Impfberatung aufgenommen“, so Amtsleiter Kai Liebig. So werden nur Kinder in der Kita aufgenommen, deren Eltern einen Beratungsschein mit Stempel des Kinderarztes vorlegen können. Dieses Kontrollsystem könne man für die Impfpflicht nutzen.

„Mit der Impfberatung sensibilisieren wir die Eltern. Impfverweigerer gibt es in Wolfhagen ganz selten“, sagt Liebig. Lediglich mit solchen sieht Liebig in Zukunft Konfliktpotenzial auf die Stadt zukommen.

Hintergrund: 

Die Impfpflicht gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für das Personal in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen, wie zum Beispiel in Krankenhäusern oder Arztpraxen. Wer nicht geimpft ist, darf dort keine Tätigkeiten aufnehmen.Um die Impfprävention generell zu stärken, sieht das neue Gesetz unter anderem vor, dass künftig alle Ärzte (ausgenommen Zahnärzte) impfen dürfen.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

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