Abfallende Blätter im Herbst

Lieber Besen statt Laubbläser – Gemeinden im Wolfhager Land nehmen Rücksicht auf Insekten und Kleintiere

Laubblätter werden von einem Mann mit Laubbläser in der Hand aufgewirbelt
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Laubsauger erleichtern zwar die Arbeit, dafür sind sie aber auch sehr laut und gefährlich für kleine Tiere: Im Wolfhager Land werden diese Geräte nur begrenzt eingesetzt und Laub auch mal liegengelassen.

Gerade zurzeit sammelt sich das Laub wieder auf dem Boden. Es stellt sich die Frage, ob und wie es entfernt werden soll. Empfohlen werden herkömmlichen Methoden, anstatt Laubbläser.

Wolfhager Land – Rot, gelb, orange, in diesen Farben leuchten zurzeit die Blätter. Doch sobald sich das Laub auf dem Boden sammelt, ist es für viele plötzlich nicht mehr so schön. Es stellt sich die Frage, ob und wie es entfernt wird.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) rät, lieber zu Besen und Rechen zu greifen und das Laub vor allem unter Bäumen und Sträuchern liegen zu lassen, anstatt motorisierte Geräte einzusetzen, die ökologische Schäden verursachen.

Laubbläser meist für Straßen und Wege genutzt

Stefan Hable, Bürgermeister in Naumburg, teilt auf Nachfrage mit, dass die Stadt Laubbläser grundsätzlich nur zur Säuberung von befestigten öffentlichen Verkehrsflächen wie etwa Straßen oder Bürgersteige einsetze. Auf Grünflächen hingegen kommen sie gar nicht oder nur zurückhaltend zum Einsatz, zum Beispiel auf Friedhöfen und bei großem Laubanfall.

Auch in Bad Emstal und Niedenstein werde das Laub laut Ralf Siebert, Betriebsleiter des Zweckverbandes Kommunale Dienste Bad Emstal-Niedenstein, überwiegend von Straßen und Wegen mit einer hohen Unfallgefahr entfernt. In Parks werden die Blätter nach Möglichkeit jedoch liegen gelassen.

Der Aspekt des Umweltschutzes wird wahrgenommen, indem beispielsweise auf Insekten geachtet werde.

Bläser sind vor allem für Kleintiere gefährlich

Denn laut Andreas Bernhard, stellvertretender Pressesprecher des Landkreises Kassel, werden die Laubbläser aus Sicht des Naturschutzes genau deswegen nicht gern gesehen, weil sie Kleinwesen gefährden und Lebensräume schädigen.

Laubsauger seien noch schlimmer, erklärt Bernhard, Kleintiere würden gehäckselt, was ihr Todesurteil bedeute.

Bei den Laubbläsergeräten gibt es zwei Sorten, die einen werden mit Benzin betrieben und die anderen mit Akku. Die Stadt Naumburg setze derzeit zwar noch benzinbetriebene Modelle ein, die Umrüstung auf Akku-Laubbläser sei aber vorgesehen, so Hable.

In Bad Emstal und Niedenstein werden kleine handgeführte Geräte benutzt, die entweder mit Benzin oder Akku funktionieren. Bezüglich der Umwelt wird „sogar meist der Rechen benutzt“, erklärt Siebert.

Die Maschinen sind nicht zu jeder Zeit erlaubt

Da Laubbläser unter die Maschinenlärmschutzverordnung fallen, dürfen sie nicht zu jeder Tag- und Nachtzeit betrieben werden.

So ist ihr Einsatz laut Verordnung in Wohngebieten, Kleinsiedlungsgebieten, Sondergebieten, die der Erholung dienen, Kur- und Klinikgebieten und Gebieten für die Fremdenbeherbergung sowie auf dem Gelände von Krankenhäusern und Pflegeanstalten an Sonn- und Feiertagen ganztägig und nachts an Werktagen in der Zeit von 20 bis 7 Uhr verboten.

Wenn die Laubbläser kein Umweltzeichen der EU tragen, gilt das Verbot an Werktagen auch in der Zeit von 7 bis 9 Uhr, von 13 bis 15 Uhr und von 17 bis 20 Uhr. (Katharina Jäger)

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