1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Wolfhagen

An der Wolfhager Dellbrücke wird der marode Fachwerkhof abgerissen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Norbert Müller

Kommentare

Jede Menge Handarbeit: Kay Menges und Fabian Rossberg sortieren aus dem Schutt Holz aus, das mit elegantem Schwung in einem Container landet.
Jede Menge Handarbeit: Kay Menges und Fabian Rossberg sortieren aus dem Schutt Holz aus, das mit elegantem Schwung in einem Container landet. © Norbert Müller

Lange stand der Fachwerkhof an der Wolfhager Dellbrückenstraße leer und verrottete, jetzt macht er Platz für einen Neubau.

Wolfhagen – Nein, Schätze haben sie noch keine gefunden , sagt Kay Menges, der mit seinen Kollegen Karol Gerber, der den wuchtigen Bagger bedient, und Fabian Rossberg den alten und völlig heruntergekommenen Fachwerkhof an der Dellbrückenstraße gerade mit eher chirurgischen Eingriffen als mit der Abrissbirne beseitigt.

Sie räumen Schritt für Schritt die vielleicht 200 Jahre alte und extrem marode Bausubstanz ab, damit dort bald mit dem Bau eines modernen Wohnhauses mit sieben Wohneinheiten durch die Wolfhager Firma Weibu begonnen werden kann.

Begonnen haben die Abriss- und Entsorgungsspezialisten aus dem Schwalm-Eder-Kreis vor knapp drei Wochen, erzählt Baustellenleiter Kay Menges. Eine Woche lang sei man nur mit dem Ausräumen beschäftigt gewesen. „Was Spannendes war nicht dabei, nur Müll.“ Aber die Truppe ist ja auch nicht auf Schatzsuche, sondern soll das Areal abräumen. Baggerführer Karol Gerber macht das sehr routiniert, knipst Decke um Decke, Wand um Wand ab. Zusammen mit Menges und Rossmann wird das Material in Container einsortiert. Alte, noch brauchbare Eichenbalken haben eine Chance auf Wiederverwertung. So sollen einige bereits den Weg ins vom Hochwasser stark betroffene Ahrtal gefunden haben.

Es geht voran: Wo heute der grüne Container steht, befand sich einst die Scheune. Jetzt wird gerade das Wohnhaus abgeräumt.
Es geht voran: Wo heute der grüne Container steht, befand sich einst die Scheune. Jetzt wird gerade das Wohnhaus abgeräumt. © Norbert Müller

Am rechten Rand des Grundstücks haben sie angefangen. „Die Scheune ist schon weg“, jetzt ist der mittlere Bereich, das Wohnhaus an der Reihe. Unter der Scheune, erzählt Kay Menges, habe sich ein alter Gewölbekeller befunden. Den habe man geöffnet und erst mal mit Ziegel und anderem Gestein befüllt, damit man auf den hinten liegenden Hof fahren konnte. Später soll das Material wieder herausgenommen, gebrochen und wieder in den alten Keller gepackt werden.

Der Bagger fürs Grobe: Karol Gerber zerlegt die Hochbauten portionsweise. Kay Menges (links) wartet auf seinen Einsatz beim Sortieren.
Der Bagger fürs Grobe: Karol Gerber zerlegt die Hochbauten portionsweise. Kay Menges (links) wartet auf seinen Einsatz beim Sortieren. © Norbert Müller

„Eigentlich schade“, sagt Baggerführer Gerber wegen des Gewölbekellers, aber anders ginge es wohl nicht wegen der Tragfähigkeit für den Neubau.

Für das Beseitigen des Wohnhauses braucht das Trio nach eigener Einschätzung noch bis Mitte kommender Woche. „Alles Oberirdische ist bis nächstes Wochenende unten“, sagt Menges. „Und dann sind die Kellerräume dran, das braucht noch mal eine Woche.“ Dann ist der Hof Geschichte, und das sei auch gut so, sind sich die drei Abrissexperten einig. „Das war hier richtig gefährlich“, sagt Karol Gerber. Trotzdem sollen wohl immer wieder mal Kinder drinnen gespielt haben. „Wir konnten nicht mal alle Räume leer machen, weil schon Decken durchgebrochen waren“. Der marode Hof hätte eigentlich schon längst beseitigt gehört, sagt Kay Menges, während er mit Fabian Rossberg wieder per Hand Holz aus dem Schutt aussortiert und in einen Container wirft. Manpower sei hier das Wichtigste. Das Hauptproblem sei dagegen der Staub, die Wolken aus trockenem Lehm. Normalerweise setze man Wasserwerfer gegen den Staub ein. In der Dellbrücke habe man drauf verzichtet, „damit wird die Straße nicht bis hinten versaut. Nasser Lehm klebt wie verrückt“, erklärt Menges. Aber in den beigen Wolken erkennt man nur das Grobe. Vielleicht habe man ja längst einen Schatz übersehen, witzeln die Abräumer. Norbert Müller

Auch interessant

Kommentare