Die Kosten gerecht aufteilen

Ärger um Erschließung in Pommernanlage: Stadt Wolfhagen will nun Abrechnungen erstellen

Korrodierte Bewehrung: Aus der Straße zwischen Berufsschule (Hintergrund) und dem Abzweig zum Sportplatz in Gasterfeld sind Betonstücke herausgebrochen. Die Stadt Wolfhagen erwägt eine Sanierung.
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Korrodierte Bewehrung: Aus der Straße zwischen Berufsschule (Hintergrund) und dem Abzweig zum Sportplatz in Gasterfeld sind Betonstücke herausgebrochen. Die Stadt Wolfhagen erwägt eine Sanierung.

Nach einem Gespräch zwischen der Stadt Wolfhagen und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) scheint nun Bewegung in das Problem der fehlenden Abrechnung von Erschließungsarbeiten in der Pommernanlage Gasterfeld zu kommen.

Gasterfeld – Wie berichtet, warten dort 13 Käufer von Grundstücken, die einst dem Bund gehörten und von der Bima verwaltet wurden, seit Jahren auf eine Abrechnung. Einige von ihnen erwarten Rückzahlungen.

Wie Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) sagte, sei er mit der Bima übereingekommen, dass die Stadt nun die Abrechnungen erstellen wird. Darin berücksichtigt würden einerseits die bereits abgeschlossenen Erschließungsleistungen für die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung, andererseits aber auch die Arbeiten, die demnächst noch auf die Anlieger zukommen könnten.

So werde geprüft, ob und falls ja, in welchem Umfang das 300 Meter lange Teilstück der Straße zwischen der Berufsschule und dem Abzweig zum Sportplatz erneuert werden muss. Die Straße besteht aus Beton. An einigen Stellen sei die Bewehrung aufgebrochen, und in der Fahrbahn gebe es Lücken.

Der Verwaltungschef geht davon aus, dass die Abrechnung Ende des ersten Quartals 2022 vorliegen werde. Dabei solle auch die zentrale Frage geklärt werden, wie die Kosten auf alle Grundstückseigentümer gerecht aufzuteilen sind. Denn nicht alle Käufer von Immobilien hatten für die Erschließungen Vorauszahlungen leisten müssen. „Anfangs gab es keine Vereinbarung zwischen Stadt und Bima.“ Also seien die ersten Käufer auch nicht zur Kasse gebeten worden, sagt Schaake.

Als es dann eine Vereinbarung gegeben habe, mussten die Anlieger auch finanziell in Vorleistung treten. Später habe die Stadt bei den geplanten Erschließungsarbeiten den Rotstift angesetzt, „wir wollten in der Pommernanlage ja keine goldenen Wasserhähne“, sagt der Bürgermeister. Das hatte zur Konsequenz, dass einige Käufer deutlich weniger hätten zahlen müssen, als andere. „Möglicherweise werden also diejenigen, die eine höhere Vorausleistung gezahlt haben, etwas zurückbekommen. Und wer bislang nichts zahlen musste, wird demnächst dazu aufgefordert.“

Sobald die Stadt einen Überblick hat, möchte sie zu einer Anliegerversammlung einladen, an der auch die Bima teilnehmen wird. Dort soll über den Sachstand und das weitere Vorgehen informiert werden. Im Anschluss sollen verbindliche Vereinbarungen mit den Grundstückseigentümern getroffen werden.

Losgelöst vom Ärger um die Erschließungskosten und deren Abrechnung möchte Schaake die Konversion, also die Umwandlung der militärischen Nutzung der Pommernanlage in eine zivile, endlich zum Abschluss bringen. Handlungsbedarf sieht er derzeit noch für das ehemalige Vorwerk. Für den Bereich, von dem zumindest Teile unter Denkmalschutz stehen, kann sich der Rathauschef eine gewerbliche Nutzung vorstellen.

Aber auch die Umsetzung moderner Wohnideen hält er für machbar – zumal die Nachfrage nach Wohnraum groß sei. Ziel sei es, dass die Bima die Flächen an die Kommune überträgt – zu vertretbaren Konditionen, sodass für die Stadt am Ende eine schwarze Null stehe. „Ich hoffe, dass das 2022 passiert.“ Die Bima stehe einem Verkauf an die Stadt im Wege der Erstzugriffsoption offen gegenüber.

Die Bima hat aktuell das ehemalige Simulationszentrum zum Kauf ausgeschrieben. Falls sich niemand finden sollte, habe die Stadt bereits Interesse signalisiert. „Wir möchten alle Flächen übernehmen und schnellstmöglich in die Nachnutzung bringen“, sagt Schaake. Im Eigentum der Kommune befinden sich bereits alle Straßen, die Infrastruktur und seit wenigen Tagen die Kläranlage. (Antje Thon)

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