Virus bereits in Belgien

"Wir sind hoch alarmiert" - Afrikanische Schweinepest kommt immer näher

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Die Schweinepest kommt näher: Wildschweine können den Virus nach Deutschland bringen, aber es gibt noch mehr Übertragungswege. 

Wolfhager Land. „Die Frage ist nicht, ob die Schweinepest bei uns auftritt, sondern wann“, sagte Stefanie Wittich vom Kreisbauernverband Kassel.

Die Afrikanische Schweinepest ist in Belgien angekommen und damit bedrohlich nah an Deutschland. Das Virus wurde bei fünf Wildschweinen nachgewiesen. Schweinehalter seien sehr besorgt, sagt Wittich. Einen Impfstoff gegen das Virus gebe es nicht.

Würde es bei einem Hausschwein nachgewiesen, müsste der gesamte Bestand geschlachtet werden. 60 Kilometer vor der Deutschen Grenze ist das Virus, das für Menschen ungefährlich, aber von Schweinezüchtern gefürchtet ist, bei Wildschweinen nachgewiesen worden. Das Gebiet in der belgischen Region bei Luxemburg wurde gesperrt. „Das ist nah und wir sind hoch alarmiert“, sagte Landkreissprecher Harald Kühlborn.

Zwar sei das Thema nicht neu, aber die Verbreitung des Virus weite sich aus. „Bisher hatten wir Glück und sind in Deutschland verschont geblieben“, so Kühlborn.

Übertragen werden kann der Erreger durch direkten Kontakt zwischen den Tieren. Aber auch Speisereste mit Fleisch von infizierten Tieren, die achtlos weggeworfen werden, können das Virus übertragen. Da reicht ein weggeworfenes Brot mit infizierter Wurst, schmutzige Hände oder auch kontaminiertes Stroh. „Das ist die negative Auswirkung von Transportrouten“, sagte Kühlborn. Zwar sei es bequem, mittels Lastwagen mit allen möglichen Gütern beliefert zu werden, aber das sei auch die unkontrollierbare Kehrseite der Medaille. Im Landkreis Kassel seien Müllbehälter an Raststätten so gesichert, dass Wildschweine nicht an Essensreste gelangten. „Wir können aber nur sensibilisieren und aufklären“, sagte Kühlborn. Der Landkreis stehe jedenfalls „Gewehr bei Fuß“ und sei mit darauf eingerichtet, im Fall der Fälle die Abläufe entsprechend zu koordinieren.

Erreger war noch nie in Deutschland

Die Afrikanische Schweinepest (ASP), auch African Swine Fever oder Pestis Africana Suum, ist eine Virusinfektion, die ursprünglich in Afrika beheimatet ist. Durch Verschleppung im Reiseverkehr kam es im Jahr 2018 aber auch in anderen Gebieten schon zu Ausbrüchen, unter anderem in Belgien, Baltikum, Bulgarien, Moldawien, Polen, Rumänien, Tschechien, Ungarn und Ukraine. 

In Deutschland ist die Erkrankung noch nie aufgetreten. 2014 und auch jetzt trat die Seuche allerdings in östlichen Mitgliedsländern der EU auf. Die Afrikanische Schweinepest gilt als gefährliche Seuche und ist anzeigepflichtig. Die Bekämpfung nach Ausbruch erfolgt analog der Klassischen Schweinepest nach der Schweinepestverordnung durch die Veterinärbehörden.  Quelle: www.wikipedia.org

Mittlerweile hat die Landesregierung Geld zur Eindämmung des Schwarz-Wildes beschlossen. Für jeden Abschuss bekommt der Jäger eine Entschädigung.

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