Alle Grundschulen sind sicher

Zahl der Erstklässler im Landkreis Kassel steigt um 15 Prozent

In Ippinghausen befindet sich die kleinste Grundschule im Landkreis Kassel: Doch auch dort wird es in den kommenden Jahren wegen der gestiegenen Geburten genügend Schüler geben.
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In Ippinghausen befindet sich die kleinste Grundschule im Landkreis Kassel: Doch auch dort wird es in den kommenden Jahren wegen der gestiegenen Geburten genügend Schüler geben.

Die Zahl der Grundschüler im Landkreis Kassel steigt das zweite Jahr in Folge deutlich an.

Wolfhagen - Ende des Monats werden in den Grundschulen der 28 Landkreiskommunen 2606 Mädchen und Jungen eine erste Klasse besuchen. Das ist gegenüber dem Vorjahr, in dem 2268 Kinder eingeschult worden waren, eine Steigerung um knapp 15 Prozent. Im Jahr 2019 hatte es 2090 Erstklässler gegeben.

Die Entwicklung ist verbunden mit einem positiven Effekt, der vor allem die kleinen Schulen, wie es eine in Ippinghausen gibt, freuen dürfte: „Alle Standorte sind für die nächsten Jahre sicher“, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. Laut Geburtenstatistik könnte es erst ab dem Jahr 2024 an einigen Standorten dünner werden, dort könnte die Zahl der Schüler also wieder zurückgehen. Allerdings sind die Geburtenzahlen nur ein grober Richtwert, der Zuzüge und Wegzüge nicht berücksichtigt.

Die entscheidende Zahl, die über den Fortbestand einer Schule entscheidet, ist die 13. Denn das Land Hessen übernehme erst ab dieser Klassenstärke die Kosten für die Lehrer, sagt Kühlborn. Und nach einem Kreistagsbeschluss von vor einigen Jahren springt der Landkreis als Schulträger auch nicht in die Bresche, um kleinen Schulen bei dauerhaft zu wenig Kindern die Existenz zu sichern.

Die Grundschulen in Ippinghausen und Balhorn unterrichten zwei Jahrgänge gemeinsam. Das hat für Zwergenschulen den Vorteil, dass sie die geforderte Klassenstärke leichter erreichen. „Und wenn sie mal ein Jahr weniger als 13 Schüler haben, dann wird das auch toleriert“, sagt Kühlborn. Kritisch werde es für den Fortbestand einer Schule erst, wenn sich der Mangel an Kindern zu einem dauerhaften Problem auswachsen sollte.

Die kleinste Schule im Landkreis Kassel ist die in Ippinghausen. Aber auch die sei nach bisheriger Datenlage bis zum Jahr 2025 sicher. Im August werden dort laut Rektorin Regina Hagenow sechs Kinder ihren ersten Unterricht erhalten und gemeinsam mit den zwölf Schülern, die ein Jahr älter sind, lernen.

Die einst geburtenschwachen Jahrgänge sind inzwischen in den Mittelstufen der Gesamtschulen angekommen. Laut Kühlborn werde es ab diesem Schuljahr vor allem in den neunten Klassen leichte Rückgänge geben. Da der Drang ans Gymnasium nach wie vor ungebrochen sei, werde sich diese Entwicklung dort nicht in den Klassenstärken niederschlagen.

Laut Staatlichem Schulamt in Kassel werden an den Grundschulen im Altkreis Wolfhagen 362 Kinder eingeschult: Schule Ehlen (32, zwei Klassen), Dörnberg (24, eine Klasse), Naumburg (43, zwei Klassen), Sand (42, zwei Klassen), Wenigenhasungen (29, zwei Klassen), Ippinghausen (6, eine Kombiklasse), Wolfhagen (84, vier Klassen), Balhorn (32, mehrere altersgemischte Klassen), Breuna (35, zwei Klassen) und Zierenberg (35, zwei Klassen).

(Antje Thon)

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