Kabarettist Volker Weininger versucht in Wolfhagen Ordnung zu schaffen

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Die Frohnatur vom Rhein: Als Volker Weininger in Wolfhagen auftritt, hat er Lösungen für die großen Probleme der Welt mit dabei. Er witzelt über Politik, Medien und ganz alltäglichen Banalitäten.

Wolfhagen. Die Welt steckt voller Probleme, findet aber offenbar keine Lösungen - und dann gibt auch noch jeder seinen Senf dazu.

Für Volker Weininger ist klar: „Die Welt ist schon ein komisches Kerlchen." Also versucht er, Ordnung hereinzubringen. Das Problem: So leicht ist das gar nicht - das wird schnell klar, als Weininger am Sonntagabend im Wolfhager Kulturladen auftritt.

Mit dem Dialekt eines Rheinländers verteilt Weininger erst einmal eine Medienschelte. An Beispielen rund um den Absturz der Germanwings-Maschine im Frühjahr zeigt er den Absturz des Journalismus auf - insbesondere, wenn man sich den Boulevard ansieht. Beispiel gefällig? Volker Weininger liefert es: „Im Kölner Express gab es neulich einen wirklich hilfreichen Tipp: So führen Sie ein Zäpfchen richtig ein. Und ich frage mich noch, warum sich das im Mund immer so schlecht aufgelöst hat“.

Es dauert nicht lange, ehe auch Weininger nicht um die eine Debatte umhin kommt: die Demonstrationen von Asylgegnern. „Ihr habt Angst vor der Islamisierung des Abendlands?“, fragt er. „Das wahre Problem sind doch die Konfessionslosen. 40 Prozent aller Deutschen sind konfessionslos, wir werden von Gottlosen überrannt“, befürchtet er. Da solle man doch lieber mal mit Mettbrötchen gegen die „Vegetarisierung“ des Abendlands angehen, findet Weininger.

Volker Weininger ist eine rheinländische Frohnatur. Gekonnt erzählt er aus seinem Leben, springt dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen und tritt immer wieder mit dem Publikum in Interaktion. Die Probleme der Welt zeigt er an ganz alltäglichen Banalitäten. Er, selbst auf dem Land aufgewachsen, macht Witze über Nordhessens „Dörfer“ wie Kassel und spricht über kindliche Früherziehung.

„Seid nett zu euren Kindern. Die suchen später das Heim aus“, warnt Weininger. Und: „Hört nicht immer auf den Senf der anderen, zieht eure eigene Meinung durch“, empfiehlt er. Und dann gibt es den verdienten Applaus des Publikums, das gut und gerne den einen oder anderen Gast mehr hätte vertragen können.

Von Luca Deutschländer

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