1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Wolfhagen

Alltagshelfer auch in Kindergärten im Altkreis Wolfhagen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bea Ricken

Kommentare

Kommunen leiden unter Personalmangel in denm Kindergärten.
Kommunen leiden unter Personalmangel in denm Kindergärten. © Uwe Anspach/dpa

Personalmangel in Kindergärten stellt Kommunen vor große Herausforderungen.

Schon Krankheiten, Schwangerschaft, Elternzeit gestalten die Planung schwierig – und der Fachkräftemangel verschärft das Problem noch zusätzlich. Doch wie gehen die Träger damit um?

In Habichtswald sei die Situation durch eine zehnprozentige Personalüberdeckung einfacher, dennoch komme man auch hier beispielsweise durch Krankheit an Grenzen, so Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer. Daher überlegt die Kommune jetzt, Alltagshelfer ein paar Stunden pro Tag mit einzubeziehen. Auch für Notfälle sei man derzeit dabei, für ein Sicherheitsnetz zu sorgen. „Denkbar ist der Einsatz von Tagesmüttern oder eine Kooperation mit umliegenden Kindergärten über die Gemeindegrenzen hinaus.“ Wichtig sei jetzt Kontinuität, da die Eltern durch die Corona-Pandemie stark belastet worden seien.

Den Einsatz von Alltagshelfern findet auch Kai Liebig von der Stadt Wolfhagen interessant. Allerdings könne eine solche Kraft in Wolfhagen nur in Notfallsituationen eingesetzt werden. In einer solchen habe man mal die Hauswirtschaftskraft des Kindergartens eingeteilt. „Aber wir brauchen in den Gruppen nun mal pädagogische Fachkräfte und den Fachkräftemangel können wir so nicht abmildern“, meint Liebig. Auch in Zierenberg sind schon mal Hauswirtschaftskräfte eingesprungen, als es einen Engpass gegeben habe, erklärt Christian Bölsche von der Stadt Zierenberg. „In einer absoluten Ausnahmesituation haben in der Vergangenheit einmal Eltern übernommen, die über das nötige polizeiliche Führungszeugnis verfügten.“ Diese hätten ihren Einsatz angeboten.

In Breuna habe man Situationen mit Personalmangel bisher gut managen können, so Bürgermeister Jens Wiegand. Auch dort seien schon in seltenen Fällen mal kurzfristig zwei Gruppen zusammengelegt oder eine Hauswirtschafterin mit ins Boot geholt worden. Die meiste Zeit sei Breuna jedoch sehr komfortabel aufgestellt, da es drei Erzieherinnen in Rente gebe, die immer einspringen könnten.

Alarmierend nennt der Paritätische Gesamtverband (Dachverband im Sozial- und Gesundheitsbereich) die personelle Situation in Kindergärten. Im Bericht vom 13. Juni heißt es, dass der anhaltend hohe Fachkräftemangel in jeder zweiten Kita bundesweit eine bessere Auslastung der Kapazitäten verhindert. Der Verband fordert angesichts der alarmierenden Befunde konzertierte Anstrengungen aller politischen Ebenen zur Qualitätsentwicklung und Fachkräftegewinnung. (Bea Ricken)

Auch interessant

Kommentare