Landwirtschaft ganz nah

Almabtrieb beim Ernetdankfest

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Seniorchef Werner Döhne mit bunt geschmücktem Zuchtbulle Nero beim Almabtrieb Philippinenburg

Beim Kreiserntedankfest in Philippinenburg konnten die Besucher auf Tuchfühlung mit Tieren gehen und viel Spannendes entdecken. Wir waren dabei. 

Der wurde mit Abendmahl der evangelischen Kirche Wolfhagen auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Michael Döhne in Philippinenburg unter Anteilnahme von Hunderten von Besuchern gefeiert. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor Istha.

Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung dankte für die Erntegaben des Jahres, auch wenn die Ernte alles andere als gut war. Überhaupt war die lang anhaltende Trockenheit und ihre Folgen für die Landwirte und Verbraucher das Hauptthema des Gottesdienstes. 

Landwirtschaft zum Anfassen: Die achtjährigen Drillinge Annelie, Leonie und Marlen finden es toll, so nahe an die Kühe des Bauernhofes der Familie Döhne kommen zu können.

Er sei noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen, denn die Ernte sei unterschiedlich für ihn ausgefallen, sagte Ernst Döhne vom Kreisbauernverband aus der Sicht des Landwirtes. Wichtig sei, mit den Landwirten zu reden, anstatt überwiegend negativ über sie zu reden. Schließlich unterliegt auch die Landwirtschaft dem Wirtschaftsprinzip von Angebot und Nachfrage. Annemarie Leis vom Bezirkslandfrauenverein Wolfhagen stellte aus der Sicht des Verbrauchers fest, dass die Ernteeinbußen erst einmal nicht zu spüren waren, doch ein Preisanstieg im nächsten Jahr sei nicht auszuschließen. Dabei wies sie auf die enorme Lebensmittelverschwendung allgemein hin und dass es wichtig sei, Lebensmittel von klein auf zu schätzen.

Große Auswahl: (von links) Jessica Klapp, Marike Kilian und Lina Schaade versorgen die Besucher mit Kuchen.

„Eine Handvoll Erde“ stellte Dekan Dr. Gernot Gerlach in den Mittelpunkt seiner Andacht. Dieses Jahr hätten die Menschen gespürt, was Trockenheit auch in unserem Land bedeute. Es sei ein Weckruf des Klimawandels, denn es sei Zeit, umzudenken, mahnte der Dekan. Große Vorwürfe erhob er in Richtung Wirtschaft, insbesondere der Autoindustrie im Hinblick auf die Dieselmotoren. Kreisbeigeordneter Wilfried Wehnes sagte der Landwirtschaft die Unterstützung des Landkreises zu.

Gastgeber Michael Döhne bedankte sich bei allen, die zur Vorbereitung und zum Gelingen des Erntedankfestes beigetragen haben.

Sozusagen als Höhepunkt fand anschließend der Almabtrieb statt. Drei Generationen der Familie Döhne führten den bunt geschmückten Deckbulle „Nero“, die Rinder „Julchen“ und „Flocke“, gefolgt von einer Rinderherde aus der Charolais-Zucht von der Sommerweide heim in die Ställe.

Großes Interesse fand auch die Ausstellung von landwirtschaftlichen Geräten der Firma Christian Jansen aus Gudensberg auf einer Wiese. Besonders beliebt war der kleine Hoflader bei den Kindern, die auch die anderen Spielangebote gerne annahmen.

Fürs leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt. Von Bratwurst mit Pommes bis zu Erbsensuppe war das Angebot groß. Wer lieber etwas Süßes bevorzugte, hatte die Wahl der Qual zwischen den vielen Kuchensorten, die alle selber gebacken von den Dorfbewohnern gespendet worden waren.

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