Straßennamen unter der Lupe: Hohenäckerweg in Istha

Als das Heer noch in Istha marschierte

Reinhard Brüning neben dem Meilenstein an der Landstraße Richtung Wenigenhasungen
+
Mitten in der Feldgemarkung: Reinhard Brüning vom Förderverein Museum und Geschichte in Istha neben dem Meilenstein an der Landstraße Richtung Wenigenhasungen.

Was hat es eigentlich mit Straßennamen auf sich? Woher kommen sie und was verbirgt sich hinter dem Namen?

Istha – Der Hohenäckerweg im Bereich des Wolfhager Stadtteils Istha hat heute nur noch bedingt mit den hohen Äckern zu tun. Die Geschichte des Weges reicht bis ins Mittelalter zurück.

Damals hieß der Hohenäckerweg noch Heerstraße und das aus gutem Grund: „Das Faszinierende ist, dass auf der ehemaligen Heerstraße viele verschiedene Kriegsparteien das Land durchzogen haben“, erklärt Reinhard Brüning vom Förderverein Museum und Geschichte in Istha. Die Straße sei logistisch im Siebenjährigen und Dreißigjährigen Krieg in Benutzung gewesen. Der 74-Jährige weiter: „Die Straße haben die Hessen wie auch die Westfalen für Truppenbewegungen genutzt, sowohl zu Fuß, als auch zu Pferde.“

Der Grund, warum ausgerechnet diese Straße von den Truppen genutzt wurde, liege darin, dass es damals in der Region viele versumpfte Gebiete gegeben habe und zu dieser Zeit kaum Brücken existierten. Deshalb sei es für die Soldaten einfacher gewesen, die Sümpfe zu meiden und über höher gelegenes Gelände von A nach B zu gelangen.

Zwei große alte Meilensteine kennzeichnen die Heerstraße noch heute. Der eine steht nördlich von Istha an der Straße nach Wenigenhasungen und wird als Hasenstein bezeichnet. Der andere befindet sich auf der südlichen Anhöhe an der heutigen Bundesstraße bei Istha.

Reinhard Brüning kann sich auch noch an Erzählungen seiner Großmutter erinnern, dass die Anwohner von Istha im Kaiserreich vor dem Ersten Weltkrieg eine wichtige Aufgabe im Bereich der Heerstraße zu übernehmen hatten. Denn wenn im Herbst die sogenannten Kaisermanöver stattfinden sollten, wurden die Anwohner durch den Ordonnanzreiter darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Durchmarsch bald bevorsteht. Dies bedeutete für die Anwohner der Heerstraße, immer Tränken mit Frischwasser an den Rand der Route zu platzieren, damit die Soldaten ihre Feldflaschen auffüllen und Pferde getränkt werden konnten. (Marvin Hinrichsen)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.