Ausstellung eröffnet

Als die Erde Lava spuckte: Vulkanismus gab es auch im Wolfhager Land

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Ausstellung: Viele Besucher interessierten sich für die Objekte, Fotos und Karten über Vulkanismus im Wolfhager Land im Obergeschoss der Wolfsschänke. 

Vulkane faszinieren und ängstigen zugleich. Für den emiritierten Professor Lothar Viereck von der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft in Göttingen sind sie ein wahres Geschenk.

Während seines Vortrags über das „Land der verlöschenden, brennenden Berge“ in der Wolfsschänke am Wolfhager Ofenberg teilte er seine Begeisterung für Vulkane mit den Besuchern.

Mit einer Dia-Show und einem sehr lebendigen Vortrag informierte der Geo-Wissenschaftler über Alter, Art und Ursachen des Vulkanismus. Das Naturschauspiel in Deutschland sei während der Zeit der Dinosaurier vor 80 bis 100 Mio. Jahren entstanden. Unter Vulkanismus versteht man alle geologischen Vorgänge, die mit dem Aufsteigen von Magma aus dem Erdmantel bis zur Erdoberfläche verbunden sind.

Hauptpunkt war jedoch das Vulkanfeld Hessische Senke mit dem Wolfhager Land als Teil eines Systems von Vulkanfeldern in Niederhessen. Seine Entstehung liege 20 bis zehn Millionen Jahre zurück. Die Ursachen seien in der geologischen Spaltung Europas vom Süden (Mittelmeer) her und der Auffaltung der Alpen zu suchen.

Die Hessische Senke reicht von Göttingen bis Alsfeld und ist etwa 400 Quadratmeter groß. Das Gebiet gehöre mit über 100 Vulkanen zu den größten in Deutschland. Der Vulkanologe zeigte anhand von Fotos, dass der Hasunger Berg und der Hohe Dörnberg nur noch Überlagerungen der Vulkane sind, die eigentlichen Vulkane sind nicht mehr zu sehen. Entscheidend, ob ein Vulkan wie in der Eifel erhalten bleibe, sei sein Alter, sein Volumen und die Landschaftsdynamik.

Für den Vulkanismus in Deutschland gibt es laut Viereck drei Theorien: das Zerbrechen der Erdkruste, Buckling (Aufwölbung) und Diapire, also der Aufstieg von Material aus der Tiefe des Erdmantels. Alle Theorien seien möglich, und selbst die Wissenschaftler seien sich nicht einig. Nach dem Vortrag entwickelte sich ein reges Gespräch zwischen Gästen und Referenten. So erfuhr das Publikum, dass Vulkanausbrüche gut vorhersehbar seien, nur der genaue Zeitpunkt zu bestimmen, sei schwierig. Auf große Vulkanausbrüche folgten immer große Umbrüche für Land und Menschen.

Neue Dauerausstellung zum Vulkanismus

Die Besucher konnten im Obergeschoss die neue Dauerausstellung zum Vulkanismus besichtigen, die vom Geopark Grenzwelten finanziert und eingerichtet wurde. Gastgeber ist der Förderverein „Traditionsobjekt Wolfsschänke“, der mit Unterstützung der Stadt Wolfhagen das Objekt sanierte und die Räume seit Mai auch für Besucher öffnet.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Schänke jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr besucht werden.

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