Kitas und Schulen geschlossen - Seniorenzentrum schottet sich ab

Altkreis Wolfhagen im Krisen-Modus

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Leere Klassenzimmer nach Schließung der Schulen auch in der Wilhelm-Filchner-Schule.

Wolfhager Land – Das Wolfhager Land ist im Ausnahmezustand. Die Verantwortlichen reagierten am Montag besonnen und setzten die nötigen Maßnahmen um.

Kreisklinik Wolfhagen

Auf Nachfrage der HNA, ob die Kreisklinik in Wolfhagen aufgrund der aktuellen Situation rund um das Coronavirus Patienten stationär aufnehmen wird, antwortete die Pressestelle der Gesundheit Nordhessen: „Die Beschäftigten der Intensivmedizin der Kreisklinik Wolfhagen arbeiten derzeit am Krankenhaus Bad Arolsen und am Klinikum Kassel. An allen stationären Klinikstandorten der Gesundheit Nordhessen werden zur Zeit die Intensivkapazitäten auf die Lage angepasst. Insgesamt können in allen Häusern der GNH über annähernd 120 Plätze mit intensivmedizinischer Betreuung angeboten werden. An welchen Standorten die geeignete medizinische Versorgung erfolgen kann, obliegt den behandelnden Ärzten.“

Breuna

Auch wenn die aktuelle Situation aufgrund der Ansteckungsgefahr des Coronavirus und den damit verbundenen Einschränkungen alles andere als erfreulich ist, so waren die Eltern an der Braunsbergschule in Breuna sehr besonnen. Schulleiterin Renate Kloppmann-Böhle lobte den Umgang untereinander. Alle seien verständnisvoll gewesen. Eine Notbetreuung gebe es bisher an der Grundschule nicht. „Aber das kann sich noch ändern“, so die Schulleiterin. Bereits am Freitag sei den Kinder Arbeitsmaterial mit nach Hause gegeben worden. Elterngruppen seien durch den Elternbeirat informiert worden und blieben nun auch weiter im Kontakt. Zwei Lehrer seien für Notgruppen abgestellt worden. Falls eine Gruppe mit bis zu sechs Kinder zusammen komme, werde die Gruppe geteilt. Laut Breunas Bürgermeister Jens Wiegang gebe es nur eine Notgruppe im Kindergarten in Breuna. Andere Kindergärten in den Ortsteilen haben keine Notgruppen.

Habichtswald

„Wir sind ganz unaufgeregt“, sagt Helga Waldeck, Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte Dörnberg. Am Samstag habe es Gespräche mit dem Kirchenvorstand gegeben, in denen ermittelt wurde, welche Familien von einer möglichen Notversorgung betroffen seien. Diese drei Familien hätten jedoch keinen Bedarf. Am Montag waren drei von 20 Kolleginnen in der Einrichtung. Am Mittwoch soll entschieden werden, wie es weitergeht.

Im Kindergarten „Kunterbunt“ in Ehlen werden laut Bürgermeister Thomas Raue zurzeit fünf Kinder in der Notbetreuung betreut.

In der Grundschule Dörnberg haben laut Schulleiterin Uta Dotting am Montagvormittag alle Schüler Arbeitsmaterialen für die Zeit bis zu den Osterferien abgeholt. Die Lehrer seien weiter ihrem Dienst verpflichtet und müssten in der Schule sein, der Schulleitung obliege Lehrer aus den Risikogruppen ins Home Office zu schicken. In der Grundschule muss kein Kind betreut werden.

Das Rathaus und die Außenstelle in Ehlen sind seit gestern geschlossen. Unter der Telefonnummer 05 606/59 960 oder der E-Mail info@habichtswald.de sind die Mitarbeiter aber erreichbar. Auch innerhalb der Verwaltungwurden Vorkehrungen getroffen, zum Beispiel sind die Mitarbeiter des Bauamts im Home Office.

Zierenberg

„Man rückt zusammen in dieser Zeit“, sagte Lars Grenzemann, Schulleiter der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg. Es gebe bisher noch keine Notgruppe in der Schule. Aber das könne sich täglich ändern. Er habe viele tolle Ideen und Lösungsvorschläge von Seiten der Elternschaft bekommen.

Die Kinder würden nun per E-Mail beziehungsweise mittels der Homepage der Schule betreut. Auch Lehrer würdenhier Sprechstunden anbieten. Eltern und Schüler seien bereits am Freitag umfassend informiert worden.

  Wolfhagen

Nur Angehörige von Schwerkranken und Sterbenden dürfen das Wolfhager Seniorenzentrum noch betreten. „Diese Regeln sind zum Schutz der Bewohner und Mitarbeiter unumgänglich“, sagt Einrichtungsleiter Peter Grunwald. Damit das Personal weiter einsatzfähig sei, habe man eine Kinderbetreuung eingerichtet.

Bei den Schulen und Kindergärten wurde die Betreuung für Personen, die zum Beispiel als Mediziner, Pfleger oder Sanitäter arbeiten, wenig angefragt. An der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule war es nur ein einziges Kind. Und auch in Wolfhager Kindergärten ist die Anzahl überschaubar. „Man merkt, dass wir im ländlichen Raum leben“, so Kai Liebig von der Stadt Wolfhagen.

Einige Schüler kamen amMontag noch in die Filchner-Schule, um sich Unterrichtsmaterial abzuholen. „Ansonsten werden die Schüler von den Kollegen mit Material versorgt“, so Schulleiter Ludger Brinkmann. Abiturprüfungen gebe es nur für einen Nachholer und zwei Externe. Glücklicherweise greife in diesem Jahr der Null-Jahrgang wegen der Umstellung von G 8 auf G 9.

Naumburg

In Naumburg läuft alles entsprechend der Rechtsverordnung aus Wiesbaden: Die zwei städtischen und auch der katholische Kindergarten stehen für die Notbetreuung von Kindern zur Verfügung, deren Eltern bestimmten Berufsgruppen angehören. Dazu zählen Ärzte, Kranken- und Altenpfleger sowie Polizisten. Aber auch wenn beide Elternteile der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr angehören, gibt es für deren Kinder im Kita-Alter einen Platz in einem der Naumburger Kindergärten.

Im katholischen Kindergarten in der Kernstadt wurden gestern vier Kinder betreut, deren Eltern in versorgungskritischen Berufen tätig sind. Die Notgruppe, sagt Einrichtungsleiterin Roswitha Möller, sei entsprechend der Arbeitszeit der Eltern geöffnet, ein regulärer Dienstbetrieb wie sonst, also zehn Stunden von 7 bis 17 Uhr finde nicht statt.

Bad Emstal

Sechs Kinder im Grundschulalter waren gestern in der Notbetreuung der Bad Emstaler Christine-Brückner-Schule. Dennoch war in der Bad Emstaler Schule am ersten Tag der vorzeitigen Ferien einiges los an der Schule. Laut Rektor Imhof hatte man die Türen der Schule geöffnet, damit Schüler und Lehrer die Möglichkeit hatten, dringend benötigte persönliche Dinge abzuholen.

Und es gab intern noch viel zu besprechen. Im Mittelpunkt stand dabei laut Ulf Imhof die Frage, wie man seitens der Schule in den kommenden drei Wochen das häusliche Lernen der Schüler unterstützen kann. Zu klären war auch die Frage, wie die Lehrer und Schüler in dieser Zeit miteinander kommunizieren können.

Geregelt worden sei auch, dass die Lehrkräfte im Alter jenseits der 60 und auch jene mit Grunderkrankungen aus der Notbetreuung an der Schule herausgenommen werden, da sie zur besonderen Risikogruppe gehören.  

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