Erdbeerverkäuferin aus Zufall 

Angelika Nolte kam durch eine Hilfsaktion zum Erdbeerstand in Wolfhagen

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Frische Erdbeeren, Spargel und ein Schwätzchen gibt es am Obststand an der Kurfürstenstraße. Angelika Nolte ist dort seit 2016 Verkäuferin.

Nur durch einen Zufall wurde Angelika Nolte aus Wolfhagen Verkäuferin am Obststand in der Kurfürstenstraße. Die 66-Jährige, die nach 43 Jahren als Einzelhandelskauffrau eigentlich ihr Rentenalter genießen wollte, kam durch eine Hilfsaktion ins Team.

Sie war selbst Kundin und kaufte regelmäßig Obst und Gemüse am Stand. Als es einer der Verkäuferinnen eines Tages nicht gut ging, sprang Angelika Nolte ein. Eigentlich sollte sie nur für eine Stunde aushelfen, doch die Arbeit am Stand machte ihr so viel Spaß, dass sie blieb. Das war 2016. Seitdem ist Angelika Nolte aus dem Erdbeerstand nicht mehr wegzudenken. 

Mit ihrer Kollegin Anita Meyer aus Wolfhagen teilt sie sich die Arbeitstage auf: Von April bis August ist an den Wochentagen und Samstagvormittags immer eine der Beiden an der Kurfürstenstraße und verkauft Erdbeeren, Himbeeren und Spargel aus regionalem Anbau. Je nach Saison und Wetterlage ändert sich das Angebot. Bald kommen dann auch wieder Brombeeren, Johannisbeeren und Blaubeeren, die vom Obstbauer Menke aus Warburg angebaut werden, in die Regale.

Der Stand mit seinen Verkäuferinnen ist eine kleine Institution in Wolfhagen. Viele Kunden kommen mindesten einmal pro Woche vorbei. Nicht nur wegen der leckeren Erdbeeren und des frischen Spargels, sondern auch weil Angelika Nolte immer ein Lächeln und ein paar nette Worte parat hat. „Ich kaufe hier ein, seit der Stand besteht, und freue mich immer darauf, wenn er im Frühjahr wieder öffnet“, sagt Gerlinde Ehl aus Wolfhagen. Sie komme vor allem wegen des Spargels, der ganz frisch gestochen wird – aber auch wegen der netten Gespräche. 

„Viele Leute kommen auch zum Schnuddeln vorbei“, bestätigt Nolte. „Was mich immer wieder fasziniert ist, wenn sich Leute hier treffen, Nachbarn oder Freunde, sich an die Seite stellen und eine halbe Stunde unterhalten. Wir haben schon überlegt, einen Bistrotisch aufzustellen“, so die Verkäuferin.

Ganz besonders freut sie sich, wenn Kunden Tüten oder einen Einkaufskorb für das Obst und den Spargel mitbringen, um die Menge der Plastiktüten zu reduzieren. Auch die Erdbeerschälchen können zurückgebracht werden und werden wiederverwertet.

Gudrun Deiß ist eine der Kundinnen, die eine gebrauchte Tüte dabei hat. Ihr sei es wichtig, nicht so viele Plastiktüten zu verbrauchen, so die Wolfhagerin. Vielen Kunden, die zum Obststand in der Kurfürstenstraße kommen, ist es wichtig, regionale Produkte zu kaufen. „Ich versuche, einmal pro Woche zu kommen, damit der Stand erhalten bleibt“, so Deiß.

Um ihre Ernte zu schützen, bauen laut Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer immer mehr Produzenten Erdbeeren in Gewächshäusern an. 

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