Nachhaltigkeit der Wasserentnahme wird betont

Angst um Wolfhager Wasser: Aufregung um neuen Vitaqua-Brunnen

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Wolfhager Wasser für Vitaqua: Das Bild zeigt Arbeiter beim Verlegen der ersten Wasserleitung von Wolfhagen zum Vitaqua-Werk im Hiddeser Feld.

Für Unruhe in der Wolfhager Bevölkerung sorgt derzeit der Bau eines neuen Trinkwasserbrunnens im Grünen Grund zwischen Wolfhagen und Gasterfeld.

Der Mineralwasserhersteller Vitaqua in Breuna finanziert nach Auskunft der Wolfhager Stadtwerke dieses Projekt und wird dort Wasser fördern, wie bereits seit jetzt zwölf Jahren auch aus fünf weiteren Brunnen der Stadtwerke. Eine Tatsache, die in der Bevölkerung nicht unumstritten ist. „Ich sehe unser Wasser durch den zunehmenden Klimawandel gefährdet“, sagt Thomas Küllmer aus Wolfhagen. 

„Der Stadtwald, die Bäche und Teiche trocknen aus“, beobachtet Peter Wenzel, der auch Angler ist, seit einigen Jahren. Viele Wolfhager glauben, dass es eine Verbindung zwischen der Förderung des tiefer gelegenen Grundwassers und des Oberflächenwassers gibt. 

Von der Regenmenge abhängig

Dem widersprechen die Wolfhager Stadtwerke mit dem Hinweis, dass es sich bei der Entnahme um Tiefenwasser handelt, das nichts mit dem Oberflächenwasser in den ersten Schichten zu tun hat. „Bei ständigen Messungen zeigt sich immer wieder, dass die Menge des Oberflächenwassers in bis zu 18 Metern Tiefe vor allem von der Regenmenge abhängig ist. 

Die Messkurve zeigt sogar teilweise einen Anstieg des Oberflächenwassers, obwohl parallel in tieferen Schichten von 150 bis 200 Metern Wasser gefördert wird“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer, Alexander Rohrssen, der die Nachhaltigkeit der Wasserentnahme betont. Die Entnahme des Wassers werde akribisch vom Regierungspräsidium Kassel überwacht.

An der bisher geförderten Wassermenge werde sich durch den neuen Brunnen nichts ändern, sagt der Geschäftsführer von Vitaqua, Günter Kutschera. Es sei nur ein weiterer Wasserzugang nötig, da dies die Voraussetzung sei, um ein neues Mineralwasserprodukt anbieten zu können. Die gesamten Kosten übernehme Vitaqua.

Rund 2,3 Millionen Kubikmeter dürfen laut Rohrssen insgesamt gefördert werden. Diese Menge werde jedoch unterschritten, so entfallen rund 0,8 Mio Kubikmeter pro Jahr auf die Trinkwasserversorgung und 1,1 Mio fördere Vitaqua.

Mineralwasser und Softdrinks aus Breuna

Die Vitaqua-GmbH im Hiddeser Feld zwischen Niederelsungen und Breuna ist einer von vier Produktionsstandorte des Konzerns der MISIPI Gruppe und eine der größten deutschen Getränkeproduzenten. Beliefert werden seit 2007 vorwiegend Discounter. An allen Standorten werden natürliche Mineralwässer sowie alkoholfreie Erfrischungsgetränke hergestellt und in Einwegkunststoffflaschen (PET) abgefüllt. Die Herstellung der Flaschen findet am Standort Breuna statt.

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