Totalausfälle bei Raps und Getreide

Anhaltende Trockenheit macht Landwirten Sorgen

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Bei der Weizenernte: Unser Archivbild zeigt einen Mähdrescher bei Dörnberg.

Wolfhager Land. Die Trockenheit der vergangenen Wochen sorgt in der Region für Totalausfälle bei Raps und Getreide.  „Auch beim Grünland ist nach dem ersten Schnitt Schluss gewesen. Es wächst nichts nach“, sagt Stefanie Wittich vom Kreisbauernverband.

Im Mai habe es stellenweise weniger als 20 Millimeter Niederschlag gegeben. Allerdings gibt es wenige Bereiche, wie zum Beispiel bei Naumburg, wo sich durch punktuell mehr Niederschläge ein ganz anderes Bild zeigt und eine relativ normale Ernte zu erwarten sei.

Besonders betroffen von der Trockenheit sind Landwirte rund um Zierenberg oder Baunatal. Hier sehe man erhebliche Schäden bei der Gerste. „Die weißen Flecken zeigen die abgestorbenen Pflanzen“. Der Weizen hat wegen der Wasserknappheit früher Ähren entwickelt, die aber viel zu klein sind. „Wir rechnen beim Weizen mit Ertragseinbußen im Landkreis von bis zu 30 Prozent“, sagt Wittich.

Schon die Rapsernte war katastrophal. Die Hoffnung der Landwirte, für ihren wenigen Raps wegen des allgemeinen Mangelns einen besseren Preis zu bekommen, hat sich auch nicht erfüllt. „Der Preis ist im Keller.“

Erste Feuchtigkeitsschäden zeigen sich inzwischen auch bei Zuckerrüben und Mais. Die Landwirte hoffen nun auf einige Tage Landregen, damit sich die Pflanzen regenerieren können.

Sorgen um das Futter für ihre Tiere machen sich die Milchviehhalter, weil ihnen bisher der zweite Silageschnitt fehlt. Die Halme auf den Wiesen sind vertrocknet. In Norddeutschland würden zur Futtergewinnung schon ökologische Vorrangflächen freigegeben, so Wittich. Für Hessen sei damit nicht zu rechnen, da die Situation in Südhessen nicht so angespannt sei. Sollte die Trockenheit anhalten, müssen die Landwirte Futter zukaufen. Gleichzeitig sind die Milchpreise nach wie vor nicht kostendeckend. 

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