Anreize für schöne Ortskerne

Wolfhagens Stadtteile profitieren von Landesprogramm

Peter Nissen
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Peter Nissen

Mit Aufnahme Wolfhagens ins Dorfentwicklungsprogramm tut sich für die Menschen in den elf Stadtteilen und dem Weiler Elmarshausen eine Chance auf.

Wolfhagen - Sieben Jahre lang können sie mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen ihre Wohnorte gestalten und zwar auf privater und kommunaler Ebene. Am 12. August werden in Homberg/Efze die Anerkennungsbescheide an die Vertreter der 18 Kommunen übergeben, die bis 2027 von dem Programm profitieren.

Neben Wolfhagen ist dies aus dem Landkreis Kassel Immenhausen. „Dass wir mit zwei Förderschwerpunkten vertreten sind, hat uns positiv überrascht“, sagt Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung beim Landkreis Kassel. Erstmals waren die Anträge der Kommunen nach einem veränderten Modus gestellt worden. Hatten zuvor der Kreis Kassel und der Vorstand des Vereins Region Kassel-Land bei den Bewerbungen steuernd mit eingegriffen und Vorschläge unterbreitet, lag die Entscheidung über Aufnahme nun allein beim Umweltministerium.

Das ist aber nicht die einzige Neuerung bei der Dorfentwicklung. „Es gibt nun auch erheblich mehr Geld“, sagt Nissen. Bislang hatten sich Kommunen mit einem Budget von etwa einer Million Euro begnügen müssen und zwar unabhängig von der Zahl der Ortsteile. Nun hat das Land den kommunalen Finanzierungsrahmen aufgehoben.

Zahlreiche Vorteile ergeben sich auch für Bürger und deren private Vorhaben. Wer etwa seine alte Scheune in Wohnungen umwandeln möchte, darf das tun und kann mit einer maximalen Förderung von 200 000 Euro rechnen. Auch der Abriss von Gebäuden ist nun möglich, solange dieser der Entwicklung des Ortskerns dienlich ist. Förderfähig sind dabei sowohl der Rück- als auch der Neubau. „Ziel der Denkmalpflege ist es, Ortskerne zu erhalten und nicht mehr jedes alte Schätzchen“, sagt Nissen. Mit seinen Neuerungen reagiere das Land auf die zunehmende Bebauung von Ortsrändern. Mit der besseren Förderung würden für Private und Kommunen Anreize zur Entwicklung von Ortskernen gesetzt.

Nach Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm wird die Stadt Wolfhagen unter Beteiligung der Bürgerschaft und mit professioneller Begleitung ein Konzept mit Gestaltungsschwerpunkten entwickeln. Das dauert etwa anderthalb Jahre. Dieses integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) muss vom Parlament beschlossen werden. Im IKEK enthalten sind Aussagen, wie sich die Kommune insgesamt entwickeln will und welche Funktionen die einzelnen Stadtteile dabei übernehmen. Dabei sind die Bürgermitwirkung ebenso wie der Aufbau von sozialen und kulturellen Netzwerken zur Stärkung der Daseinsvorsorge eigenständige Programmziele.

Sobald das IKEK vorliegt, steigt die Stadt mit ihren kommunalen Projekten in eine sechsjährige Umsetzungs- und Förderphase ein. Privatpersonen können schon jetzt Anträge beim Servicezentrum für Regionalentwicklung in Hofgeismar stellen. (Antje Thon)

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